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Drogensüchtige Enkelin bestiehlt eigene Oma

Klage gegen Pfandhaus Drogensüchtige Enkelin bestiehlt eigene Oma

Eine drogensüchtige 32-Jährige soll Schmuck ihrer Großmutter entwendet und in Pfandhäuser gebracht haben. Das Gericht weist die Klage der 73-jährigen Bestohlenen gegen das hannoversche Pfandhaus zurück.

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Eine 73-Jährige klagt, dass ihre eigene Enkelin ihr Schmuck gestohlen habe.

Quelle: Symbolbild

Hannover. Einen immensen Vertrauensbruch zwischen einer Großmutter und ihrer Enkelin, so hat es den Anschein, wird auch die Justiz kaum vergelten können. Die 32-Jährige, dem Vernehmen nach drogensüchtig, soll ihrer Oma wertvollen Schmuck entwendet und in zwei Pfandhäusern in Hannover und Hildesheim zu Geld gemacht haben.

Jetzt hat die 73-Jährige das in der hannoverschen City gelegene Leihhaus verklagt. Sie möchte wissen, welche Familienerbstücke dort an unbekannt versteigert wurden und wie hoch der Erlös war. Außerdem will sie diesen Erlös erstattet bekommen.

Doch blitzte die Klägerin gestern bei Zivilrichterin Catharina Erps ab. Offenbar lässt sich nicht mehr klären, wo die Preziosen der Großmutter abgeblieben sind. Es ist eine große Familie, die in einem Haus in einem Lehrter Ortsteil lebt; auch Oma und Enkelin wohnen bis heute unter einem Dach.

Zwischen Oktober 2010 und Dezember 2012, so die 73-Jährige vor Gericht, habe ihr die junge Frau zehn wertvolle Schmuckstücke – zunächst unbemerkt – gestohlen: goldene Halsketten, einen mit Smaragden besetzten Ring, eine Anstecknadel und ein goldenes Markstück, das heute für 600 Euro gehandelt werde. Der gesamte Wert der kleinen Sammlung, so Anwalt Bernd Brennecke, liege im fünfstelligen Bereich.

Die Enkelin, empört sich die Seniorin, habe ihr offenbar den Schlüssel für den Kellertresor stibitzt und sich dort bedient, auch aus einem Computerschrank habe sie Schmuckstücke entwendet. Erst im Herbst 2013 bemerkte die Frau den Verlust. „Selbst meine eigenen vier Kinder wussten zu dieser Zeit nicht, wo der Tresorschlüssel lag“, erinnert sich die 73-Jährige. Ein Strafverfahren, das die Großmutter gegen die Enkelin anstrengte, wurde allerdings schon im Vorfeld eingestellt – der Strafantrag war verspätet eingegangen.

Das hannoversche Pfandhaus legte dem Gericht eine Liste von zehn nur diffus beschriebenen Schmuckstücken vor, die die Enkelin abgegeben habe und die einen Erlös von 1615 Euro erbracht hätten. Doch sei keineswegs bewiesen, so Richterin Erps, dass die benannten Ketten und Ringe tatsächlich die zehn Preziosen der Großmutter waren: Die 32-Jährige hatte nämlich auch persönlichen Schmuck sowie Geschmeide der eigenen Mutter versilbert.

Die Seniorin kann nun in Berufung gehen, um den Verbleib ihres Schmucks zu klären. Das Pfandhaus hat angekündigt, im Ernstfall Schadensersatz von der Enkelin einzufordern, schiebt aber auch der Großmutter einen Teil der Schuld zu: Sie habe den Diebstahl des Schmucks begünstigt, weil sie ihrer drogensüchtigen Enkelin Zugang zu ihrer Wohnung gewährt habe. Diesen Vorwurf weist die 73-Jährige empört zurück: „Wer kann denn ahnen, dass im eigenen Haus solch eine diebische Elster unterwegs ist?“

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