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Aus der Stadt Dunja Hayali: „Ich stehe zu jedem Fehler“
Hannover Aus der Stadt Dunja Hayali: „Ich stehe zu jedem Fehler“
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00:40 08.03.2018
Lernen, mit Hasskommentaren im Netz umzugehen: Dunja Hayali (re.) mit Moderatorin Antonia Wellmann. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Das Berufsbild der Journalisten hat sich verändert – deshalb müssen sich auch die Journalisten verändern, sagt Dunja Hayali. Die ZDF-Moderatorin ist für ihre klare Sprache und die kritische Auseinandersetzung mit Hasskommentaren im Internet bekannt geworden. Montagabend sprach sie bei einer Diskussion der hannoverschen Sir-Hugh-Carleton-Greene-Stiftung des Presseclubs darüber, warum Qualitätsjournalismus heute wichtiger ist denn je und wie selbst selbst mit „Hate-Speech“ umgeht.

Locker ist sie, trotz des ernsten Themas. Eben so, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Wie es der Tochter irakischer Einwanderer damit gehe, wenn sie im Internet massiv angefeindet wird, will Moderatorin Antonia Wellmann wissen. „Ich habe mein Netzwerk, das mich auffängt und schützt“, sagt Hayali: „Aber ich frage mich oft, wie es denen geht, die so etwas nicht haben“ – Ehrenamtliche, Polizisten, Engagierte. Der Ton sei rauer geworden, angebliche Wahrheiten würden über immer mehr Kanäle verbreitet, „und die Leute glauben ja mittlerweile fast jeden Schwachsinn“. 

Umso wichtiger sei Qualitätsjournalismus. Zeit für Recherche, gut ausgebildete Redakteure und Widerspuchsgeist seien nötig – und Selbstkritik. „Ich stehe zu jedem Fehler“, sagt Hayali.  Journalisten müssten aber besser erklären, wie sie Nachrichten gewichten und warum etwa nicht über jede Gewalttat überregional berichtet wird, auch wenn sie vielleicht von einem Flüchtling begangen wurde.  Inzwischen werde jedoch stets Verschwörung gewittert und Lügenpresse gerufen. Aber: „90 Prozent der Menschen wissen, wie man Kritik vernünftig artikuliert“, sagt Hayali. Hasskommentatoren würden jedoch öffentlich stärker wahrgenommen. Sie sei sicher: „Die Intelligenten sind in der Mehrheit.“ 

Lebendig berichtet Hayali etwa von einem gescheiterten Interview mit Ivanka Trump oder dass sie Journalistin geworden sei, weil sie unbedingt Boris Becker treffen wollte. Auf die Frage, ob es nicht mehr gute Nachrichten im Fernsehen geben müsse, reagiert sie munter: Ja, das sei ihr ein Herzensanliegen, derzeit mache sie sich für eine entsprechende Rubrik im Morgenfernsehen stark.

Für die Greene-Stiftung, die den Journalistennachwuchs stärker fördern will, war der Abend Auftakt zu einer Erneuerung. Mithilfe von Sponsoren wolle man künftig mehr Stipendien und Veranstaltungen anbieten, kündigte Hans-Peter Trojek vom Vorstand an. Dabei sollen immer wieder auch bekannte Namen nach Hannover geholt werden. Zur nächsten Veranstaltung im April wird ARD-Mann Ingo Zamperoni erwartet.

Von Conrad von Meding

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