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E-Busse sollen Fahrverbote in Hannover verhindern

Streit um Luftverschmutzung E-Busse sollen Fahrverbote in Hannover verhindern

Die Üstra hat bereits mehrere Busse mit reinem Elektroantrieb im Einsatz, die Hälfte der Flotte fährt mit kombinierter Hybrid-Technik. Jetzt will auch RegioBus erstmals im Überlandbetrieb Busse mit Plugin-Hybrid-Antrieben einsetzen. In den Städten sollen sie komplett elektrisch fahren. Ob das reicht, um Fahrverbote für Diesel abzuwenden?

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„Europaweit führend“: Die Üstra setzt seit 2013 auf Busse mit Hybridantrieb, seit 2016 auch mit reinem E-Antrieb. 

Quelle: Clemens Heidrich

Hannover. Wegen dreckiger Atemluft droht Hannover eine teure Klage von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Zwar ist jetzt ein Gespräch zwischen DUH und Stadtspitze anberaumt, um Lösungen aufzuzeigen. Umwelthilfen-Geschäftsführer Jürgen Resch hat aber in dieser Woche gegenüber der HAZ gesagt: „Uns reichen keine Mooswände oder die Ankündigung irgendwelcher Modell-Elektrobusse.“ Stattdessen erwarte man einen Plan, wie etwa die Bus- und Taxiflotten in der Stadt auf emmissionsfreien Elektrobetrieb umgestellt werden können.

Hoffnung in Hannover

Bei den politisch Verantwortlichen löst das Hoffnung aus. „Hannover ist deutschlandweit führend etwa beim Einsatz von Hybridbussen im Stadtbusverkehr“, sagt Regions-Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz. Zudem starte im kommenden Jahr ein innovatives Projekt, erstmals auch Überlandbusse mit modernen Plugin-Hybrid-Motoren einzusetzen. Sensoren erkennen, wann sie in Hannovers Umweltzone einfahren, und schalten dann automatisch von Diesel auf Elektrobetrieb um. Die Region will den Politikern vorschlagen, die Fahrzeuge auf der Regiobus-Sprinterstrecke nach Gehrden einzusetzen - auch im Gehrdener Stadtgebiet sollen sie dann mit E-Antrieb fahren.

Bereits 2013 hatte die Üstra begonnen, Busse mit kombiniertem Diesel- und Elektroantrieb (Hybrid) anzuschaffen. „Anfangs wurden wir belächelt - heute nicht mehr“, sagt Dezernent Franz. Inzwischen fährt exakt die Hälfte der 136 Üstra-Busse mit Hybrid-Antrieb. Europaweit sei man die erste Großstadtregion, die so intensiv auf E-Mobilität im ÖPNV gesetzt habe“, sagt Franz. Seit 2016 fahren drei Üstra-Busse ausschließlich E-Antrieb auf der Ringlinie 100/200. „Dieses Projekt wird jetzt ausgeweitet, zunächst auf der Ringlinie, dann auch auf der 121er-Linie, die unter anderem in der Sallstraße fährt“, sagt Franz.

55 E-Taxen in Planung

Hannovers Taxiverbund 3811 will bald 55 Fahrzeuge mit E-Antrieb anschaffen und dafür die nötige Ladeinfrastruktur an Haltepunkten schaffen. Dafür sollen Anträge an den neuen Milliardenfonds der Bundesregierung zur Umstellung auf ­E-Mobilität gestellt werden, genauso wie für das Projekt bei Regiobus. Und DHL kündigte Freitag an, wahrscheinlich bis November „mehrere Dutzend Paketlieferwagen mit E-Antrieb“ in Hannovers Innenstadt einzusetzen. „Die Ladeinfrastruktur ist bereits fertig“, sagte Sprecher Jens-Uwe Hogardt.

„All diese Neuerungen sind nicht wegen der Klagedrohung der DUH entstanden“, sagt Dezernent Franz,  „aber sie verschaffen Hannover eine gute Position in dem Konflikt.“

Von Conrad von Meding und Susanna Bauch

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