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Kopfüber im Einkaufszentrum

"Downmall" in der Ernst-August-Galerie Kopfüber im Einkaufszentrum

In der Ernst-August-Galerie zeigten Radartisten am Sonnabend eine spektakuläre Show. Doch Rasen und Fliegen mit BMX-Rädern ist nicht ungefährlich – was Fahrer und Zuschauer hautnah miterlebten. Ein Aktiver landete nach einem Stunt hinter einem Absperrgitter im Publikum. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt.

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Beim "Downmall" präsentieren Radartisten waghalsige Manöver in der Ernst-August-Galerie.

Quelle: Wilde

Hannover. Man kann in einem Kaufhaus in zwei Sekunden von einem Stockwerk ins darunter liegende gelangen. Über die Rolltreppe. Allerdings bedarf es dazu keiner wildgewordenen Mechanik, sondern eines BMX-Rades und einer Menge Mut. Und stabiler Bandscheiben. Am Samstagnachmittag bot sich in der Ernst-August-Galerie die Gelegenheit, gut zwei Dutzend Radartisten bei ihrem waghalsigen Sport zuzuschauen. Zum ersten Mal machte die von der tschechischen Sportagentur Eastern Gravity organisierte Renn- und Freestyle-Show in Hannover Station. Center-Managerin Catharina Schubert hatte ein 45 Köpfe zählendes Team für Sicherheit und Kundenservice bereitgestellt, damit Einkaufsbummler wie Sensationshungrige auf ihre Kosten kamen.

Die BMX-Tempomacher jagen über vier Rolltreppen ins Herz des Einkaufszentrums, fegen durch eine schmalen Parcours hautnah an den staunenden Zuschauern vorbei. Sie versuchen die beiden u-förmigen Rampen möglichst flach zu nehmen, um keine Zeit zu verlieren. Die Freestyle-Künstler dagegen nutzen die zwei Rampen, um sich per Mountainbike oder BMX in die Höhe zu schrauben. Und dort mit ihren Spezialrädern Dinge tun, die völlig verrückt sind. Das Lenkrad festhalten und den Rest des Rades herumwirbeln. Beim Salto auf dem Kopf stehen. Mitten im Flug das Lenkrad herumwerfen und wieder in den Griff bekommen. Am Mikrofon heizt Moderator Conrad Langer die Stimmung an, seine Wortkaskaden prallen auf stampfende Technobeats und vermischen sich zu einem oft infernalisch lauten Klangbrei. Ob das die Kauflust der weniger erlebnisorientierten Kundschaft anregt?

Beim "Downmall" in der Ernst-August-Galerie rasten waghalsige Biker über die Rolltreppen des Einkaufszentrums und zeigten abenteuerliche Sprünge.

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Beim Finale kommt es zu einem Unfall, der beinahe böse endet. Einer der jungen Fahrer, die vornehmlich aus Osteuropa und Deutschland stammen, kommt beim Kreiseln über den Rampen ins Trudeln, verliert im Flug sein Sportgerät. Das Rad kracht herunter, landet direkt hinter einem Absperrgitter im dicht gedrängten Publikum. Inmitten einer Familie. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt, auch wenn sich zwei kleine Kinder furchtbar verjagen. Catharina Schubert eilt herbei und erkundigt sich nach ihrem Wohlergehen – die Managerin ist sicher genauso froh wie alle anderen, dass nichts Schlimmes passiert ist.

Moderator Langer weiß, dass dieser Extremradsport gefährlich ist. Auch für die Fahrer. Von den ursprünglich 28 sind am Samstag nur 26 am Start. Zwei haben sich im Training so schwer verletzt, dass ihnen die Lust am Rasen vergangen ist. Diejenigen, die ihre Stunts unbeschadet überstehen, lassen sich bewundern. Diejenigen, zum Schluss auf dem Siegertreppchen stehen, werden johlend gefeiert. So wie Rennradler Johannes Fischbach, der schon etliche Deutsche Meisterschaften gewonnen hat. Und der sich in der Ernst-August-Galerie wie ein Schneekönig über Platz 1 freut.

In Hannover ist der Startschuss für die diesjährige Eastern-Gravity-Show gefallen. Nun geht es weiter nach Berlin und Frankfurt, nach Budapest, Bratislava, Prag. Wer am Finaltag noch dabei sein wird, weiß niemand. Aber der Gitter-Crash oder die Steißbein-Landung wirken nicht ewig nach – BMX-Radler sind harte Jungs.

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