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Erster verpackungsfreier Laden Hannovers öffnet

„Edel unverpackt“ Erster verpackungsfreier Laden Hannovers öffnet

Am Sonnabend eröffnet der erste Laden in Hannover, der fast nur unverpackte Lebensmittel verkauft. Im „Edel unverpackt“ an der Christuskirche in der Nordstadt gibt es dann zum Beispiel die fertige Tomatensoße in Pfandgläsern, die gewünschte Menge Pasta kann sich der Kunde nach Bedarf abfüllen.

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Umpacken – damit die Kunden nicht mehr auspacken müssen: Sandra Michel hat bis zur Eröffnung des „Edel unverpackt“ am Sonnabend noch viel zu tun. 

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Auf den Wochenmärkten der Stadt gehen umweltbewusste Hannoveraner gerne einkaufen, um möglichst regionale Produkte ohne viel Plastikverpackungen zu kaufen. Doch dazu ist ein gewisses Maß an Zeitmanagement von Nöten. Wer aber am Montagabend noch spontan Lust auf Spaghetti mit Tomatensoße hat, dem bleibt nur der Supermarkt um die Ecke - und muss dann Plastikmüll in Kauf nehmen. „Nichts ist schlimmer als Plastik“, findet Sandra Michel, die sich selbst als „so einen Umweltfuzzi“ bezeichnet. Und weil sie es selbst nicht mehr ertragen habe, Berge an Verpackungsmüll vom Einkaufen mit nach Hause zu bringen, eröffnet die 41-Jährige zusammen mit zwei Freundinnen am Sonnabend Hannovers ersten Laden, der fast nur unverpackte Lebensmittel verkauft: „Edel unverpackt“.

Seit einigen Tagen sind sie damit beschäftigt, das Ladenlokal an der Christuskirche in der Nordstadt einzurichten. Die drei Frauen füllen Nüsse, Getreide oder Kaffee große Behälter. Die Kunden bringen ab dem Wochenende zum Einkauf dann eigene Behältnisse mit, um die gewünschten Mengen der Produkte darin abzufüllen. So sollen auch weniger Lebensmittel im Müll landen. Denn die Verpackungen im Supermarkt seien gerade für kleine Haushalte oft zu groß. Michel folgt damit dem Trend, bewusster mit Lebensmitteln umzugehen.

Die Idee, Lebensmittel lose in einem Geschäft anzubieten, ist nicht neu. In Städten wie Berlin, Dresden oder Kiel ist das Konzept schon länger angekommen. Und auch in Hannover haben die Idee andere schon vorher gehabt. Mitte März eröffnet „Lola - der Loseladen“ in der Südstadt. Eigentlich wollten Michael Albert und seine beiden Kollegen die ersten in Niedersachsen sein, die das Konzept vom verpackungsfreien Supermarkt realisieren. Doch bis vor Kurzem hat das Team keinen passenden Laden gefunden. Außerdem wollte Albert seine Ware nicht in Plastikbehältern anbieten - und tüftelte deshalb eine Alternative aus Glas aus.

Ganz so konsequent ist „Edel Unverpackt“ nicht: Die Behälter in Michels Laden sind aus Plastik. Trotzdem ist der gelernten Kinderpflegerin wichtig, dass die Produkte so wenig Abfall wie möglich produzieren und aus nachhaltigem Bioanbau stammen. Die fertige Tomatensoße wird in Pfandgläsern verkauft, die gewünschte Menge Pasta kann sich der Kunde nach Bedarf abfüllen.

In Hannover eröffnet der erste Laden, der fast nur unverpackte Lebensmittel verkauft. 

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Und auch mit einigen Erzeugern aus der Region arbeitet der Laden zusammen: Der Honig stammt aus der Wedemark, der Kaffee kommt aus einer hannoverschen Rösterei. Milch und Jogurt gehören ebenfalls zum Sortiment. „Die Auflagen des Gesundheitsamtes sind sehr hoch“, sagt sie. Deshalb wird kein Fleisch angeboten. Dafür gibt es Non-Food-Artikel wie Holzzahnbürsten und Haarseife. Rund 200 Artikel zählen anfangs zum Sortiment. Produkte, nach denen ihre Kunden fragen, wollen die drei Gründerinnen nach und nach im Laden anbieten.

Von Sarah Franke und Isabell Rollenhagen

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