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"Ehe für alle": So lief die erste Trauung in Hannover

Hochzeit "Ehe für alle": So lief die erste Trauung in Hannover

Der 1. Oktober ist ein ganz besondere für Homosexuelle - auch in Hannover. Ab sofort gilt die "Ehe für alle", auch gleichgeschlechtliche Paare können sich trauen lassen. Eine der ersten Hochzeiten wurde in Hannover gefeiert - unter den Augen zahlreicher Unterstützer sowie prominenter Gäste.

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Dorle und Claudia Göttler sind Hannovers erstes homosexuelles Ehepaar.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Um 15.22 Uhr ist es soweit: Hannovers erstes schwules Ehepaar verlässt das Trauzimmer des Standesamtes. In intimem Rahmen, ohne jede Öffentlichkeit, haben sich Reinhard Lüschow und Heinz-Friedrich Haare das Ja-Wort gegeben. Draußen vor der Tür ist der Trubel umso größer. Etwa 200 Menschen sind gekommen, um mit den beiden zu feiern. Luftballons in allen Regenbogenfarben, Sonnenblumen halten sie hoch. Fotografen und Kameraleute zuhauf drängen sich um die frisch Getrauten, um die besten Bilder zu ergattern.

Denn die Krönung ihres privaten Glücks ist zugleich ein Tag, den Homosexuelle bundesweit feiern. Lüschow und Harre gehören zu den ersten Paaren überhaupt, die eine gleichgeschlechtliche Ehe schließen dürfen. Am 1. Oktober tritt das „Gesetz zur Einführung des Rechts zur Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ in Kraft. Das Standesamt Hannover hat an diesem ersten Tag der "Ehe für alle" extra einen Sonderservice eingerichtet und gleich zwei homosexuelle Paare gleichzeitig getraut: neben Reinhard Lüschow und Heinz-Friedrich Harre auch ein Frauenpaar: Dorle und Claudia Göttler. Beide Paare hatten schon 2001 in Hannover Geschichte geschrieben. Damals waren sie bundesweit die ersten gewesen, die in Deutschland eine eingetragene Lebenspartnerschaft schlossen. Lüschow und Heinz-Friedrich Harre unterschrieben am frühen Morgen, bereits um 8.20 Uhr, im Trauzimmer des Alten Rathauses ihre Trauurkunde und landeten prompt  in der „Tagesschau“. Der damalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg hatte um den frühen Termin gebeten, da er dabei sein wollte.

Bei den Eheschließungen am Sonntag preschten andere Standesämter vor. In Berlin gab es schon am Vormittag Trauungen, in Hamburg wurde ab 14 Uhr geheiratet. Dennoch kamen in Hannover Grußworte auch von hochoffizieller Stelle: „Endlich habe die staatliche Diskriminierung von Schwulen und Lesben ein Ende", ließ Sozialministerin Cornelia Rundt verlauten. Sie freue sich besonders, dass Hannover mit der Öffnung des Standesamtes am Sonntag zwei Trauungen an dem Tag möglich mache, an dem das Gesetz in Kraft trete. Am Montag werden in Hannover weitere 20 gelichgeschlechtliche Ehepaare getraut. Auch das ist nach Angaben der Stadt ein Sonderservice des Standesamtes. Normalerweise würden montags keine Trauungen vorgenommen, sagte ein Sprecher.

Derzeit leben in Hannover knapp 840 Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft.

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