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Hanebuth wird aus U-Haft entlassen

Ehemaliger Hells-Angels-Chef Hanebuth wird aus U-Haft entlassen

Frank Hanebuth, ehemaliger Chef der hannoverschen Hells Angels, wird aus der Untersuchungshaft entlassen. Das hat der oberste spanische Gerichtshof entschieden. Allerdings muss der Rockerchef eine Kaution von 60.000 Euro zahlen – und sich täglich bei einer spanischen Behörde melden.

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Frank Hanebuth sitzt seit mehr als zwei Jahren im Gefängnis – bis jetzt.

Quelle: dpa / Archiv

Hannover. Erst Ende Juni hatte sich ein spanisches Gericht gegen das Ende der U-Haft ausgesprochen – diese Entscheidung hat die nächsthöhere Instanz jetzt kassiert. Hanebuths Anwälte, Götz von Fromberg und der Spanier Gonzalo Boye Tuset, hatten Beschwerde eingelegt und haben nun Recht bekommen. „Wir gehen davon aus, dass unser Mandant aber noch das Wochenende im Gefängnis in Cadiz bleiben muss und frühestens am Montag auf freien Fuß kommt“, sagte von Fromberg.

Grund dafür sind die Bedingungen, die das oberste Gericht dem ehemaligen Chef der Höllenengel gestellt hat. 60.000 Euro Kaution müssen für seine Freilassung hinterlegt werden. Bevor dieses Geld bei der zuständigen Stelle der spanischen Justiz eingegangen ist, bleibt Hanebuth hinter Gittern. „Da die Entscheidung am Donnerstagabend gefallen ist und wir erst am Freitag davon erfuhren, gehe ich davon aus, dass das erst am Montag geschehen wird“, sagt von Fromberg.

Zudem muss sich Hanebuth nach seiner Entlassung weiter in Spanien aufhalten und dort jeden Tag persönlich bei einer Behörde melden. Wo er das in Spanien macht, ist jedoch ihm überlassen. Dass Hanebuth zurück auf die Ferieninsel Mallorca geht, wo er Ende Juli 2013 im Rahmen der Operation „Casablanca“ festgenommen wurde, ist jedoch unwahrscheinlich. Wo Frank Hanebuth nach seiner Freilassung in Spanien wohnen wird, wollte sein Anwalt nicht sagen. „Selbstverständlich wird er sich aber zu 100 Prozent an die Auflagen des Gerichts halten“, sagte von Fromberg.

Durch die Auflagen will die Audiencia Nacional sicher gehen, dass Hanebuth nicht das Land verlässt und so seinem Prozess entgeht. Ermittlungsrichter Eloy Velasco wirft dem 50-Jährigen neben der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung auch Geldwäsche, Nötigung, Bedrohung, Erpressung und die Förderung der Prostitution vor. Erst Ende Juni hatte sich das spanische Gericht auf der Grundlage des Ermittlungsberichtes von Velasco für eine Verlängerung der Untersuchungshaft entschieden. Zu diesem Zeitpunkt saß Hanebuth bereits seit zwei Jahren im Gefängnis.

Außerdem befürchteten die Ermittler in Madrid, Hanebuth und der zweite noch in Untersuchungshaft sitzende Verdächtige Khalil Youssafi könnten nach ihrer Freilassung Kontakt zu den anderen Beschuldigten in der Operation „Casablanca“ aufnehmen, ihre Aussagen mit ihnen abstimmen oder Zeugen unter Druck setzen. In diesem Zusammenhang ist die Entscheidung des obersten Gerichts ein herber Rückschlag für die Audiencia Nacional. Dort wollte man sich am Freitag auf Nachfrage der HAZ nicht zu der überraschenden Freilassung von Hanebuth äußern.
 

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