Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Hans Werner Dannowski ist tot
Hannover Aus der Stadt Hans Werner Dannowski ist tot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 01.12.2016
Von Michael B. Berger
Ist im Alter von 83 Jahren gestorben: Hans Werner Dannowski. Quelle: Nico Herzog (Archiv)
Anzeige
Hannover

Noch vor gut vier Monaten hat er, langsam und schon mit etwas schwacher Stimme, sein neuestes Niedersachsen-Buch vorgestellt, das er mit dem Fotografen Karl Johaentges verfasst hat. Freundlich und vorsichtig zugleich hat Hans Werner Dannowski, der Theologe und Essayist, einmal mehr jenes Bundesland beschrieben, in dem er mehr als 70 Jahre gelebt hat. Und die Zuhörer in der bis auf den letzten Platz gefüllten Buchhandlung hingen an seinen Lippen - wie in seinen früheren Predigtstätten, sei es nun die hannoversche Marktkirche, die Nikolaikirche in Hannover-Limmer oder das Sprengelmuseum in Hannover. Hans Werner Dannowski, der Montagfrüh in Hannover im Alter von 83 Jahren gestorben ist, war ein Prediger, der auf vielen Bühnen zuhause und weit über Hannover hinaus bekannt war.

Hannovers ehemaliger Stadtsuperintendent Hans Werner Dannowski ist tot. Viele Hannoveraner kannten ihn auch als Redner und Buchautor.

Dabei war der in der Nähe Berlins geborene Sohn ostpreußischer Eltern alles andere als ein wortgewaltiger Prediger. Ihm, der jedes Wort auf die Goldwaage legte, war alles Gewaltige eher fremd. Wenn er redete, dann eher leise, sich vorsichtig und von vielen Seiten seinem Thema nähernd. Gerade das machte ihn zu einem klugen Prediger, der mit Nuancen Akzente setzen konnte. Und zu einem gefragten Buchautor, der weit über seine Pensionierung hinaus aktiv gewesen ist. Bereits 1998 ist Hans Werner Dannowski, der von 1980 an der hannoverschen Marktkirche als Stadtsuperintendent wirkte (zuvor war er Superintendent in Linden-Limmer), in den Ruhestand verabschiedet worden, der nie ein Ruhestand des Geistes wurde.

Er war eine Art "Stadt-Weiser"

Dannowski war nicht nur ein Liebhaber des fein geschliffenen Wortes. Auch in der bildenden Kunst und im Film kannte er sich, der sich sein Theologiestudium als auch Kleinstdarsteller bei der Realfilm in Hamburg-Wandsbek verdiente, gut aus. Am Ende sei er ein „Edelkomparse“ gewesen, der morgens mit der Bibel und anderen Büchern ins Studio kam, berichtete er vor Jahren. An „lauter Heideschnulzen“ hat der Theologiestudent damals, der Cineast und Ästhet, mitgewirkt. Dabei sollte er eigentlich Postmeister werden wie sein Vater. Doch der Post-Dienst war ihm schlicht zu langweilig, „weil nichts für den Geist“.

In der Kirche (und hier in der hannoverschen Landeskirche) war Hans Werner Dannowski, der kleine große Mann, stets ein guter Geist, der rasch Karriere machte. Die erste Pfarrstelle hatte er in Göttingen, dann bildete er als Studienleiter am Predigerseminar Imbshausen angehende Pastoren aus. 1974 wechselte er nach Hannover-Limmer an die Nikolaikirche. Sechs Jahre später wurde er Stadtsuperintendent in Hannover. Einen Ruf nach Schleswig, wo er Bischof werden sollte, hat er ausgeschlagen - auch aus Liebe zu Hannover, wo er stets für einen Kirchenmann ungemein präsent war - als eine Art „Stadt-Weiser“, wie ihn der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil kürzlich beschrieb.  Als 1992 die Ausländerfeindlichkeit einen ersten Höhepunkt erreichte, organisierte Dannowski mit anderen eine Lichterkette in Hannover.           

Die letzten Lebensjahre hat Hans Werner Dannowski ruhiger angehen lassen müssen. Krankheiten strapazierten den lebenslustigen Geistlichen, erst ein Herzinfarkt, dann eine schwere Krebserkrankung. Dannowski meisterte diese beiden schweren Krisen. Doch am Ende war er zu geschwächt. Er starb im Beisein seiner Familie in der Nacht zu Montag in seiner Wohnung in Kirchrode.        

Aus der Stadt Ein Jahr Technische Einsatzleitung - „Man hat gesehen, was Armut bedeutet“

Monatelang hat die Technische Einsatzleitung der Region Hannover Flüchtlinge am Messebahnhof in Laatzen begrüßt und von dort weiterverteilt. Nun hat die Einsatzleitung ihren 30. Jahrestag gefeiert. Und dabei eine Bilanz der Arbeit der vergangenen Monate gezogen.

28.11.2016
Aus der Stadt Höchstrichterliches Urteil - Flugsicherung kann Windparks stoppen

Der Bau von Windrädern in der Region Hannover wird in Zukunft deutlich schwieriger. Grund ist ein höchstrichterliches Urteil, das etwaigen Einwänden der Flugsicherung noch größeres Gewicht gibt. Denn nun gilt: Wenn die Deutsche Flugsicherung Bedenken anmeldet, sind Windräder nicht zulässig.

Bernd Haase 01.12.2016

Die Nachrichten aus Hannover und Niedersachsen auf einen Blick: Mit „HAZ live“ lesen Sie ab 6 Uhr alles Wichtige im Newsticker. Heute: In der Marktkirche beginnt das Programm für einen besonderen Adventskalender, Benjamin Dean Wilson spielt im Theater am Küchengarten, Fiston Mwanza Mujila stellt im Literarischen Salon seinen Debütroman vor. 

28.11.2016
Anzeige