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Aus der Stadt Ehrung für die Ehrenamtlichen
Hannover Aus der Stadt Ehrung für die Ehrenamtlichen
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00:16 10.12.2015
Monika Wienhold-Quacke (von oben links), Hans-Joachim Göhlich, Monika Barthel und Achim Dix engagieren sich.  Quelle: Wilde
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Hannover

Offizielle Empfänge im Rathaus sind nicht für ausgelassene Stimmung bekannt. Oft ist die Atmosphäre etwas steif. So auch an diesem Sonnabendvormittag im Foyer des Ratssaales, als Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) 33 geladene Gäste begrüßt. Sie alle engagieren sich im Ehrenamt und nehmen freiwillig Arbeit und Mühe auf sich. Grund genug, den freiwilligen Helfern am internationalen Tag des Ehrenamts einen Empfang im Rathaus zu bereiten – mit Snacks, Getränken und lobenden Worten. „Sie sind Vorbilder“, sagt Schostok. Und mehr noch: Im Angesicht der Flüchtlingskrise seien die Ehrenamtlichen „unverzichtbar“ für die Stadt Hannover. „Wir brauchen Sie“, sagt der Oberbürgermeister.

Tatsächlich wäre die Unterbringung und Betreuung von Tausenden Flüchtlingen ohne Ehrenamtliche kaum zu schaffen. Sie helfen bei der Essensausgabe in großen Unterkünften, organisieren Kleiderkammern, begleiten Flüchtlinge zu Ämtern und erteilen Deutschunterricht. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr unterstützen ihre Kollegen von der Berufsfeuerwehr beim Aufbau von Zeltstädten, aktuell in der Messehalle 27. „Und auch die Berufsfeuerwehrleute engagieren sich dabei weit über ihre üblichen Aufgaben hinaus“, betont Schostok.

In sein Lob des Ehrenamts schließt der Oberbürgermeister Ratspolitiker ein. „Die hannoverschen Ratsleute tun so viel, dass manche Hannoveraner meinen, sie seien hauptberufliche Politiker“, sagt Schostok. Doch selbst die Fraktionschefs bekommen lediglich eine Aufwandsentschädigung für ihren Job. Der besteht nicht nur aus langwierigen Sitzungen und aufreibenden Rededuellen, sondern auch aus dem Studium komplizierter Verwaltungsvorlagen mit ihrem eigenen Jargon.

Die 33 Ehrenamtlichen im Foyer des Ratssaales stehen für die große Gruppe von Freiwilligen in Hannover. „Sie sind die Stütze unserer Gesellschaft“, sagt Schostok. Manche wehren höflich ab. Hilfe sei doch selbstverständlich, sagt eine der Eingeladenen.     

Die Lehrerin 

Monika Wienhold-Quacke gibt Deutschkurse für eine kleine Gruppe von Flüchtlingen in einer Unterkunft der Caritas. Die Frauen kommen aus Georgien, Ghana und Nigeria. „Es ist nicht leicht zu sagen, inwieweit Lesekenntnisse vorhanden sind“, sagt Wienhold-Quacke. Die Lernfortschritte seien dementsprechend sehr unterschiedlich. „Die Frauen freuen sich sehr, wenn sie etwas erkannt haben“, sagt die 66-Jährige aus Laatzen. Jetzt will sie mit ihren Schülern zu Weihnachten basteln.

Der Fußballtrainer

Hans-Joachim Göhlich ist leidenschaftlicher Hobbyfußballer. Da liegt es für ihn nahe, mit den Jugendlichen und jungen Männern aus der Flüchtlingsunterkunft im Badenstedter Baumarkt ein regelmäßiges Training zu veranstalten. Zwei bis drei Stunden steht der 67-Jährige jede Woche mit seinen Schützlingen auf dem Platz. „Das ist auch ein bisschen Sichtungstraining“, sagt Göhlich. Sieben Spieler hätten das Zeug zur Bezirksliga. Die habe er an die Sportfreunde Ricklingen weitervermittelt.

Die Praktikerin

Monika Barthel hilft im Ahlemer Flüchtlingsheim, wo sie nur kann. Sie koordiniert die Arbeit der Freiwilligen, organisiert kleine Feiern, bei denen die Asylsuchenden helfen, und lädt Flüchtlinge zu sich nach Hause ein. „Zwei Syrer haben mein Mann und ich aufgenommen“, sagt die 64-jährige gelernte Heilpraktikerin. Im Grunde müsse es viel mehr Paten für die Flüchtlinge in Hannover geben, damit die Menschen schnell integriert werden. „Das muss besser laufen als damals in den Neunzigerjahren“, sagt sie.

Der Schulleiter

Eigentlich wollte Achim Dix im Ruhestand nichts mehr mit Schule und Unterricht zu tun haben. Doch als er bei der Flüchtlingsunterkunft am Annateich vorbeischaute, um seine Hilfe anzubieten, wurde er sogleich von einer ehemaligen Schülerin begrüßt. „Da war es passiert“, sagt Dix. Nun gibt der ehemalige Schulleiter und Mathelehrer Deutschkurse für Flüchtlinge. Zudem hat er einer iranischen, schwer traumatisierten Familie eine Wohnung vermittelt. „Das hat vier Monate gedauert“, sagt er.

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