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Aus der Stadt Eigentümer will nicht für Keller-Auspumpen zahlen
Hannover Aus der Stadt Eigentümer will nicht für Keller-Auspumpen zahlen
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00:17 30.09.2016
Von Michael Zgoll
In dieser Villa war der Keller vollgelaufen. Quelle: Michael Zgoll
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Hannover

Nach einem Wolkenbruch waren die Einsatzkräfte an einem Julitag 2013 mit zwei Fahrzeugen sowie acht Beamten angerückt und hatten die Keller von zwei benachbarten Häusern in der Nienburger Straße ausgepumpt; jahrzehntelang war in diesen Nordstädter Villen das Sozialgericht beheimatet. Die Feuerwehr gerufen hatte eine Anwältin, deren Kanzlei sich vor Ort befindet. Ihr Vermieter sagt nun, der teure Einsatz sei ohne Not erfolgt, nicht von ihm in Auftrag gegeben worden und völlig überdimensioniert gewesen. Seine eigenen Handwerker hätten das Wasser für 400 Euro abgepumpt. Beim gestrigen Zivilprozess am Amtsgericht kam es zu keiner Einigung.

Die Stadt hatte zunächst versucht, die Forderung aus ihrem Gebührenbescheid über das Verwaltungsgericht einzuklagen. Dies aber fühlte sich nicht zuständig: Die Mieterin habe die Feuerwehr gerufen, darum sei das Ganze eine privatrechtliche Angelegenheit. Sie habe versucht, soll die Anwältin später gesagt haben, den Vermieter nach dem sintflutartigen Regen telefonisch zu verständigen, sei aber gescheitert. Daraufhin wählte sie die 112.

Doch der Vermieter – Zahnarzt, mehrfacher Hausbesitzer und Geschäftsführer einer Immobilienverwaltung – tat diese Fürsorge gestern recht nassforsch ab. Er sei an jenem Regentag durchaus erreichbar gewesen, aber nicht verständigt worden. Der Ruf nach der Feuerwehr sei völlig überflüssig gewesen, da keinerlei Gefahr im Verzug war. „Und wenn in einem Keller, der sowieso feucht ist, mal 24 Stunden das Wasser steht, ist das auch nichts Schlimmes“, argumentierte der Eigentümer. Die Kellerräume in der Nienburger Straße seien 600 Quadratmeter groß, und in einigen Ecken habe sich damals überhaupt kein Wasser gesammelt.

Fest steht, dass die Einsatzkräfte mit zwei Pumpen und zwei Wassersaugern stundenlang zu tun hatten. Der Justiziar der Stadt wies darauf hin, dass ein Wassereinbruch immer gefährlich sein kann, etwa wenn elektrische Geräte in Kellern stehen: „Außerdem kann man von den Feuerwehrleuten nicht verlangen, vor jedem Einsatz die Wasserhöhe mit einem Maßband nachzumessen.“ Amtsrichterin Catharina Erps gab zu bedenken, dass Mieter durchaus verpflichtet sind, Schaden von einem Haus abzuwenden. Wenn das Wasser in der Nienburger Straße schon knöcheltief gestanden habe – was strittig ist –, sei es durchaus legitim gewesen, die Einsatzkräfte zu rufen.

Die Bemühungen der Richterin, die Parteien zu einem Vergleich zu überreden, scheiterten. Nun sollen am 25. Oktober zwei Feuerwehrleute und die Anwältin bekunden, wie hoch das Wasser in den Villen-Kellern tatsächlich stand.     

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