Eine letzte Frist für eine gütliche Einigung ist ergebnislos verstrichen. Der Einigungsvorschlag sah eine Zahlung von insgesamt gut 4,5 Millionen Euro vor – eine Art Lizenzgebühr für die Nutzung des Namens. Die Summe ist deshalb so hoch, weil der hannoversche Verein unter seinem Namen auch kommerzielle Geschäfte wie Immobilienverwaltung und -vermittlung betreibt. Insgesamt seien seit 2002 fast 46 Millionen Euro umgesetzt worden, heißt es in dem Schriftsatz des Bundesverbands, der der HAZ vorliegt.
Die Nachricht vom verlorenen Namensstreit hatte bei der jüngsten Jahresversammlung des Vereins für Unruhe gesorgt: Mehrere Mitglieder beklagten sich, dass niemand über das riskante Manöver des Vorstands unter Leitung von Rainer Beckmann informiert war. Der hatte 2002 wegen eines Streits mit dem Landesverband um zu hohe Verbandskosten eigenmächtig beschlossen, den Landes- und damit auch den Bundesverband zu verlassen. Weil die Hannoveraner nicht die einzige abtrünnige Ortsgruppe sind, hat der Landesverband inzwischen seine Mitgliedsbeiträge gesenkt – der Verein kehrte trotzdem nicht zurück. Beckmann argumentierte, Hannover habe mit den Austritt eine Million Euro an Mitgliedsbeiträgen gespart. Rücklagen in entsprechender Höhe wurden allerdings nicht gebildet: Beckmanns Angaben zufolge betrug die für den Rechtsstreit reservierte Summe zuletzt 56.000 Euro. Von dem Geld allerdings musste nach dem verlorenen Namensstreit, der bis zum BGH ging, auch ein teurer Wechsel der Vereinssignets vom Briefpapier bis zu Leuchtreklamen finanziert werden. Der Verein heißt nun „Haus- und Grundeigentum Hannover“.
In der Bundesgeschäftsstelle hieß es gestern: „Beckmann spielt mit der Zukunft des Vereins.“ Man prüfe dort auch die persönliche Haftung der hannoverschen Vorstandsmitglieder für den Vorgang.
Beckmann, der jahrelang in der Landespolitik aktiv war, hält das alles für „Drohgebärden“ und sagt: „Der Bundesverband fährt schweres Geschütz auf, um uns in seine Organisation zurückzuholen.“ Sein Vorstand habe sich mit einem Hamburger Markenrechtsexperten für den Rechtsstreit gut gewappnet. Beckmann sagt, dass der hannoversche Verein den umstrittenen Namen Haus & Grund schon vor dem Bundesverband benutzt, aber damals nicht rechtzeitig eingetragen habe. Der BGH allerdings folgte dieser Argumentation nicht. Das höchstrichterliche Urteil ist ausdrücklich nicht anfechtbar. Dagegen läuft zwar eine Nichtzulassungsbeschwerde der Hannoveraner, die aber dürfte eher aufschiebende Funktion haben.
Kommt es zum Urteil gegen die Hannoveraner, dürfte der Hauptleidtragende die Immobiliengesellschaft des Vereins werden. Sie allein soll 3,1 Millionen Euro zahlen. Mit ihren 86 Mitarbeitern verwaltet sie für private Eigentümer rund 10.000 Wohnungen in Hannover und betätigt sich als Maklerin.
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Kommentare
unseriös Hannoveraner – 07.01.10
Das höchste Organ eines Vereins ist die Mitgliederversammlung! Glücksspieler kann diese abwählen.Neuester Trick ist die Erhebung einer Klage im Zentrum der Mafia auf Sizilien. Das darf doch wohl nicht wahr sein. Ist das noch mit dem seriösen Geschäftsgebaren eines repräsentativen Vereins vereinbar, der als Interessenvertreter Gehör erhalten soll? Wer so tricky ist, der verliert jede Glaubwürdigkeit.
Zumindest muss der Vorsitzende seinen Hut nehmen, um die Seriosität des Vereinsrufes wieder herzustellen. So geht es nicht, Herr Beckmann.
Beckmann- wie lange soll das noch so gehen? Mitglied – 07.11.09
Irgendwann musste es ja so kommen. Seit Jahren ist Beckmann Alleinherrscher von Verein und Hausverwaltung. Zu viel Macht vernebelt oft den Realitätssinn.Welcher verantwortungsbewusste Unternehmer hätte sich und sein Unternehmen in eine so waghalsige Situation gebracht? Der Name ist schon geändert. Warum über Jahre kostspielig prozessieren und damit die Existenz einer florierenden Firma aufs Spiel setzen?
Der gesamte Vorstand hat versagt und muss weg!
Beckmann: tritt mit Deiner Mannschaft von Ja- Sagern endlich ab!
Immobilienverwalter sind Treuhänder! home sweet home – 06.11.09
Wer von Hauseigentümern zu treuen Händen eine Immobilie anvertraut bekommt handelt fahrlässig,wenn er aus Kostengründen den Verband verlässt. Ausserdem werden Handwerkervom gegen Honorar beauftragt.Der VEREIN Haus & Grundeigentum sollte sich darauf besinnen wofür er gegründet wurde....jedenfalls nicht um maximale Rendite aus dem Treuhandbestand zu ziehen. Oder sollen aus den Renditen etwa der glamouröse Lebensstil des Vorstands bestritten werden? Ein Schelm wer so etwas böses denkt...
Schadensersatzklage gegen Beckmann? Urban Ibarras – 06.11.09
Satzungsgemäße, außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen.Bisherigen Vorstand feuern.
Neuen Vorstand wählen.
Schadensabwendung iFv Wiederbeitritt betreiben, wenn dafür keine Zahlungen zu leisten sind.
Alternativ: Insolvenz und Neugründung ohne Rechtsnachfolge.
Man muss sich an den Kopf fassen, ausgerechnet einen abgehalfterten Landespolitiker zum Vorsitzenden zu wählen.
Ohne Legitimation handelte er als Vertreter ohne Vertretungsmacht.
haus & grund Barkas – 06.11.09
stimmt! hochnäsige "immobilienmanager". knechten mieter bis aufs blut. schön, dass die jetzt auch vor gericht stehen.@irgendwer Pisaner – 06.11.09
Es heißt übrigens nicht "claquer", sondern "claqueur".wer den schaden hat muss für den spott nicht sorgen irgendwer – 06.11.09
hahaha! das finde ich richtig! jetzt krümmt sich der wurm für diese hochnäsigen "wohnmanager" und deren claquere "richtig rum".wie der volksmund schon sagt: wenn's dem esel zu wohl wird, geht er auf's eis, und in diesem fall eben mal baden!!
und tüscß eigentümer – 06.11.09
euch brauch doch in dieser zeit kein mensch mehr.hohe beiträge wenig service. besser ist jede rechtschutzversicherung.Falls die darüber Pleite gehen whoknows – 05.11.09
dann würde ich die nicht vermissen.