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Aus der Stadt Ein Anwalt für die Patienten
Hannover Aus der Stadt Ein Anwalt für die Patienten
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09:57 27.05.2015
Wir sind stolz, dass wir einen solchen Fachmann gewinnen konnten: Geschäftsführerin Birgit Huber mit dem neuen Patientenfürsprecher, Hans-Jürgen Mahnkopf. Quelle: Dröse
Hannover

Das Sprechzimmer, in dem Patienten in Kürze vorstellig werden können, wenn sie mit dem Essen unzufrieden sind oder wenn es Probleme mit dem Bettnachbarn gibt, sieht noch ungastlich aus: Verloren steht ein Schreibtisch in der Mitte des kahlen Raumes, darauf nur ein Laptop und ein frischer Strauß Hortensien. „Ein Schrank muss hier unbedingt noch rein“, sagt Hans-Jürgen Mahnkopf, „des Datenschutzes wegen und so.“ Dafür bliebt nicht mehr viel Zeit: Zum 1. Juni, einen Monat früher als vom Gesetzgeber angestrebt, tritt er die neu geschaffene Stelle des Patientenfürsprechers im Clementinenhaus an.

Der langjährige hannoversche Oberstaatsanwalt engagiert sich dann zwei Tage pro Woche für die Belange der Patienten. „Uns liegt daran, Probleme so auf neutralem Boden und in ruhiger Atmosphäre lösen zu können“, sagt Birgit Huber, Geschäftsführerin des DRK-Krankenhauses. Das 200-Betten-Haus ist die erste Klinik in Hannover, die einen Patientenfürsprecher engagiert.„Dienstags und donnerstags können Patienten mit ihren Anliegen in meine Sprechstunde kommen“, sagt Mahnkopf, der schon bei der Staatsanwaltschaft Hannover mit Krankenhausthemen zu tun hatte.

Aufgewachsen in Berlin und Mühlheim an der Ruhr, zog es den gebürtigen Schweriner nach dem Abitur zum Jurastudium nach Göttingen, ehe er nach Hannover ging, wo er sich bei der Staatsanwaltschaft als Bekämpfer der organisierten Kriminalität einen Namen machte, 15 Jahre als Oberstaatsanwalt.

Durch Zufall sei damals eine Medizinakte auf seinem Schreibtisch gelandet: „Solche Korruptions- und Betreuungsverfahren wurden seither in meiner Abteilung betreut“, sagt Mahnkopf.

Seinem Einsatz ist es auch zu verdanken, dass für einige medizinische Hilfsmittel von den Krankenkassen Fallpauschalen eingeführt wurden, um so für Transparenz beim Verbrauch und bei der Abrechnung zu sorgen.

Als Patientenfürsprecher soll er zwischen Patienten, Angehörigen und Klinikpersonal vermitteln. „Meine Aufgaben fangen mit dem Essen an, das vielleicht nicht schmeckt, und enden bei Fragen zur Zimmerbelegung“, sagt Mahnkopf. Persönlich treiben ihn Fragen zu Krankenhauskeimen um. Auch liegt ihm am Herzen, dass Krankenhäuser sich richtig auf immer ältere Patienten einstellen.

„Die Anliegen werden gesammelt und kategorisiert“, erklärt Clementinenhaus-Geschäftsführerin Huber. Dann sollen Maßnahmen erarbeitet werden. Mahnkopf, der Oberstaatsanwalt a. D., soll vermitteln und schlichten, damit am Ende beide Seiten zufrieden sind.

Seinen Arbeitsplatz muss sich Mahnkopf noch einrichten, „den Einführungskurs für neue Mitarbeiter im Klinikum sowie einen Termin beim Bundesbeauftragten für Patienten habe ich schon abgearbeitet“, sagt der Jurist, der durch einen befreundeten Arzt auf die Stelle aufmerksam wurde. Für das Clementinenhaus sei er ein Hauptgewinn, sagt Geschäftsführerin Huber. „Wir sind stolz, dass wir einen solchen Fachmann gewinnen konnten.“

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