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Ein „Ey, du Bulle“-Ruf und die Folgen Von plumpen und von klugen Menschen

Wie einst das Wort "Bulle" entstand

Von plumpen und von klugen Menschen

Das Wort Bulle stammt laut Bibliographischem Institut in Mannheim aus dem Niederdeutschen und bedeutet zunächst „der Strotzende“ oder „der Aufgeblasene“ – bezogen auf die männlichen Geschlechtsteile. Wer sich diejenigen eines Rindes eingehender betrachtet, kann ermessen, warum diese Tiere von den Altvordern Bullen genannt wurden.

Längst aber muss der Bulle als Synonym für mancherlei Dinge im menschlichen Sprachgebrauch herhalten. Ein Mann von kräftigem, plumpen Körperbau ist ebenso ein Bulle wie jemand, der an der Börse auf steigende Kurse spekuliert. Bei den Soldaten besetzt der Bulle einen einflussreichen, einträglichen Posten. Der bekannteste unter ihnen ist der Küchenbulle.

Wer heute von Bullen spricht und keine Rinder meint, hat zumeist Polizisten im Visier. Wie diese Verbindung zustande kam, bleibt unklar. „Möglicherweise bezieht es sich auf die bullige Gestalt eines Aufpassers oder eines Leibwächters, zusammen mit der klanglichen Lautähnlichkeit zu Polizei“, sagt Evelyn Knoerr vom Bibliographischen Institut. Ein anderer Erklärungsansatz blickt nach Holland. Dort hießen die Schutzleute im 18. Jahrhundert „Boler“, abgeleitet von „Bol“ für „Kopf“ oder „Kluger Mensch“. Auch von Boler zu Bulle ist es nicht weit.

Nimmt man dies zusammen, müsste sich kein Polizist über den Bullen grämen. Dass der Ausdruck dennoch oft als Beleidigung empfunden (und auch so gemeint) wird, hängt mit den Studentenrevolten zusammen. Polizisten waren für die 68er die bösen Bullen, gerne auch Bullenschweine, was biologisch Nonsens ist, aber Spuren hinterlassen hat. Diskreditiert fühlt sich der Bulle in Uniform wiederum nur, wenn ihn jemand anderes so nennt. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter etwa verleiht einen „Bullenorden“. Die Rechtsprechung besagt daher, dass nicht automatisch beleidigt, wer einen Bullen, pardon, einen Polizisten, Bullen nennt.

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