Hannover. Direkt am Fuß der Waterloosäule an der Lavesallee hat Kaplan sein kleines Iglu aufgeschlagen und zwei Transparente daran befestigt: „Ich bin im Hungerstreik“ steht darauf. Das winzige Zelt ist mit Matratze, Decke, Kopfkissen, Kofferradio und Wasserflaschen so eingerichtet, um einen mehrtägigen Hungerstreik zu überstehen. „Ich möchte, dass mein Sohn die Chance erhält, mich wieder neu kennenzulernen“, sagt sein Vater. „Für mich ist diese Aktion das letzte Mittel, um auf meine verzweifelte Lage aufmerksam zu machen.“
Seit 1998 lebt Circis Kaplan von der Mutter seines Kindes getrennt, seit 2001 ist das Paar geschieden. Seitdem kämpft er darum, seinen Sohn regelmäßig sehen zu dürfen. Als die Mutter des 13-Jährigen vor fünf Jahren jeglichen Kontakt unterband, schickte Kaplan noch Briefe. Jetzt hat die Frau gerichtlich durchsetzen können, dass Kaplan bis 2013 überhaupt kein Umgangsrecht mehr erhält. Ärger droht nun auch vonseiten der Stadtverwaltung: In enger Abstimmung mit der Polizei will sie jetzt prüfen, ob der Mann auf der Wiese überhaupt zelten darf.
Veronika Thomas
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