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Aus der Stadt Ein Zuhause für Obdachlose
Hannover Aus der Stadt Ein Zuhause für Obdachlose
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09:33 01.12.2011
Von Veronika Thomas
Das erste Projekt der Sozialen Wohnraumhilfe in der Hamburger Allee 40. Quelle: Hagemann
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Hannover

Mit einem kleinen Unterschied: 1991 starteten das Diakonische Werk, die Stadt Hannover, der damalige Landkreis und verschiedene Wohnungsbauunternehmen ein Projekt mit Vorbildcharakter, das am Mittwoch sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat: die Soziale Wohnraumhilfe (SWH). „Das Besondere daran ist, dass wir neuen Wohnraum geschaffen haben – und keine zusätzliche Konkurrenz zu anderen Wohnungssuchenden“, sagt SWH-Geschäftsführer und Mitbegründer Rüdiger Hoppe.

Zweiter Gründungspartner war Prof. Peter Hansen, damals Geschäftsführer des Wohnungsunternehmens Gundlach. „Wir haben in diesen Jahren sehr viel über die Bedürfnisse besonderer Mietergruppen gelernt“, resümiert Hansen. Zum Beispiel, dass diese Menschen besonders kleine Wohnungen wollten, damit bloß kein zweiter Obdachloser auf die Idee kommen konnte, dort miteinzuziehen.

Das Prinzip des sozialen Wohnungsbaus für Menschen, die zum Teil jahrelang auf der Straße oder in Notunterkünften gelebt haben, funktioniert folgendermaßen: Stadt oder Region verkaufen eine Baulücke – ein Grundstück oder ein Gebäude – an die Diakonie. Das kooperierende Bauunternehmen errichtet dort auf eigene Kosten einen Neubau oder baut die Immobilie um und verpachtet sie danach an die Diakonie. Die SWH, ein Projekt der Diakonie, wiederum vermietet die Wohnungen und betreut die Bewohner mit einem weiteren Projektpartner, der Zentralstelle für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten.

Auf diese Weise wurden 151 Wohnungen in 18 über die Stadt und die Region verteilten Häusern geschaffen; mehr als 600 früher obdachlose Frauen und Männer fanden so zurück in ein eigenständiges Leben. Um ihnen den Weg zu ebnen, stehen ihnen Sozialarbeiter zur Seite, die mit den ehemals Wohnungslosen den Umzug organisieren, für die Beschaffung von Mobiliar und Hausrat sorgen, ihnen bei Behördenangelegenheiten und in der Haushaltsführung zur Seite stehen.

„WohnCoaching“ nennt sich diese sozialpädagogische Mieterbetreuung, die auch Konflikte mit Nachbarn vermeiden soll. „Für viele unserer Mieter ist es eine ganz neue Situation, nach jahrelangem Leben auf der Straße, in Notunterkünften oder nach einer Räumungsklage in einer neuen Wohnung wieder anzufangen“, sagt Sozialpädagoge Burkhard Schempp. Die Mehrheit der überwiegend männlichen Bewohner schaffte den Sprung in die eigene Wohnung, etliche fänden wieder einen Job und suchten sich größere Wohnungen. Manche kehrten allerdings zurück zur „Platte“, wie das Leben auf der Straße genannt wird.

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