Hannover. Der erste Schnee des Jahres kam nicht gleich in Massen. Am Flughafen maßen Meteorologen gerade mal eine Schneehöhe vier Zentimetern, in Groß-Buchholz kam eine private Wetterstation sogar nur auf einen Zentimeter. Trotzdem war die Welt in Hannover plötzlich ein bisschen anders.
Wintersport: Die ersten Rodler kamen gestern zum Kronsberg. Wegen der doch recht dünnen Schneedecke gelang die Abfahrt allerdings nur mit Plastikschlitten. Bei Karstadt-Sport stapeln sich derweil weiterhin die Schlitten in großen Mengen, berichtet Verkäuferin Anja Sucker. Niemand wollte gestern einen Schlitten kaufen.
Winterdienst: Der Abfallwirtschaftsbetrieb aha, der auch für den Winterdienst in der Landeshauptstadt zuständig ist, war von 2 Uhr nachts an mit 26 Fahrzeugen im Einsatz. „Es ist alles ohne Probleme gelaufen“, berichtete Sprecherin Christiane Hohmeister. aha bekommt zweimal am Tag Warnmeldungen vom Wetterdienst. Daher seien die Einsatzkräfte auf den nächtlichen Dienst vorbereitet gewesen. „Auch für das Wochenende sind wir auf mögliche Einsätze vorbereitet“, sagte Hohmeister.
Streusalz: Streusalz bleibt einstweilen ein Ladenhüter. „Nur vereinzelt kaufen Kunden Salz“, berichtete eine Mitarbeiterin von Bauhaus in der Schulenburger Landstraße. Auch bei OBI in Linden blieb der Andrang auf Salz und Schneeschieber aus.
Verkehr: Auf dem Messeschnellweg geriet in der Nacht zu Freitag ein Lastwagen auf der überfrorenen Fahrbahn ins Schleudern. Der 43-jährige Fahrer verlor zwischen den Anschlussstellen Pferdeturm und Weidetor die Kontrolle über das Fahrzeug, nach Angaben der Polizei war er vermutlich zu schnell unterwegs. Bei dem Unfall wurde einer der Tanks aufgerissen. Die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz, um die Fahrbahn zu reinigen. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf rund 100 000 Euro. Der Messeschnellweg war bis etwa 9 Uhr morgens in Richtung Süden gesperrt. Es kam zu erheblichen Behinderungen im Verkehr. Auch im Umland kam es am Freitagmorgen zu mehreren Unfällen auf den schneebedeckten Straßen.Die Zusammenstöße verliefen aber alle glimpflich.
Die Aussichten: Es bleibt kalt, und es wird sogar noch kälter. Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst wetter.net prognostiziert für Mitte kommender Woche Tageshöchsttemperaturen von minus fünf Grad. Schnee ist dann nicht in Sicht, Jung rechnet mit viel Sonne.
Mathias Klein und Vivien Marie Drews