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Ein fröhliches Fest an einem besonderen Ort

Gedenkstätte Ahlem Ein fröhliches Fest an einem besonderen Ort

Üblicherweise ist die Gedenkstätte Ahlem ein ruhiger Ort zum Innehalten, schließlich sind hier während des Holocausts Juden hingerichtet oder in den Tod geschickt worden. Am Sonnabend war es nicht still; und darüber freuten sich viele Tausend Besucher. Sie waren zur Premiere der Veranstaltung „Denk.Mal.Garten.Fest“ gekommen.

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Der Mix aus Kleinkunst, Musik und Theater war gut ausgesucht. Foto: Petrow

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Soulige Musik von der Songwriterin Noam Bar und ihrer Band empfing am Nachmittag die Besucher; wer früher gekommen war, konnte Gypsy Swing vom Quartett Ayassa hören. Die war animierend für einige Zuhörer, die spontan vor der Bühne Tango tanzten. „So hatten wir uns das gewünscht“, sagte Gedenkstätten-Leiterin Stefanie Burmeister.

Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte es auf dem Gelände der jüdischen Gartenbauschule Laubhütten-, Sportfeste und private Feiern gegeben. Ahlem war ein Ort der Fröhlichkeit. „Zeitzeugen wie Ruth Gröne oder Salomon Finkelstein haben uns gebeten, an diese Tradition anzuknüpfen“, berichtet Burmeister. So reifte der Entschluss für die Veranstaltung, an deren Organisation sich außer der Gedenkstätte auch die Nachbarn, die Justus-von-Liebig-Schule der Region Hannover und die Versuchsanstalt für Gartenbau beteiligten. „Ich freue mich, dass es geklappt hat. So finden Menschen den Weg an diesen Ort, die ihn sonst nicht kennenlernen würden“, sagte Henry Korman, ebenfalls einer der letzten noch lebenden Zeitzeugen.

Das Programm mit der Mixtur Kleinkunst, Musik, Theater, Kinderprogramm und Führungen über das Gelände war gut ausgesucht. Viele Erstbesucher sahen sich die Gedenkstätte an. Wem es vor der Hauptbühne zu trubelig war, konnte sich in ein stilleres Eckchen zurückziehen - etwa ins Café Jerusalem, wo das Stellena Duo den Tag über Klezmer-Musik spielte, oder zur Pergola-Bühne in der Gartenbaufachschule, wo die Autorin Corinna Luedtke las. Die Laatzenerin hatte unter anderem das Schüler-Projekt „Schreiben gegen das Vergessen“ ins Leben gerufen.

Das Fest sollte Menschen aller Glaubensrichtungen und Lebensstile zusammenbringen. Palästinenser beispielsweise waren mit einem Spezialitätenstand vor der Hauptbühne vertreten. Regionspräsident Hauke Jagau, der am Nachmittag vorbeischaute, bestellte sich dort einen Becher Minzewasser. Den Höhepunkt des Abends konnte Jagau allerdings nicht mehr mitnehmen; die Partei hatte eine Wahlkampfveranstaltung anberaumt. Lola Marsh, Shooting Star aus Israel, setzte mit Folk-Pop einen fulminanten Schlusspunkt. Die Organisatoren waren zufrieden und denken nun über eine Neuauflage im kommenden Jahr nach.

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