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Aus der Stadt Ein kleiner Planet trägt nun den Namen "Hannover"
Hannover Aus der Stadt Ein kleiner Planet trägt nun den Namen "Hannover"
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10:03 14.02.2013
Von Conrad von Meding
Ungemütlich – auf „Hannover“ herrschen etwa minus 100 Grad Celsius. Quelle: dpa Symbolfoto
Hannover

Vor Kurzem war uns der kleine Gesteinsbrocken ganz nah. Nur 180 Millionen Kilometer maß die Distanz, was im Weltraum keine Entfernung ist. Und so wurde der Brocken prompt entdeckt: Die Beobachtungsinstrumente von Erwin Schwab im hessischen Taunus registrierten ihn als Fleck am Nachthimmel. Inzwischen haben etwa 30 Sternwarten weltweit die Beobachtung bestätigt, und seit wenigen Tagen ist die Existenz dieses Planeten von der Internationalen Astronomischen Union anerkannt und veröffentlicht worden. Der frisch getaufte Planet in unserem Sonnensystem hat die Nummer 295.565 und auch einen Namen: Hannover.

Wie groß Hannover ist, weiß man noch nicht. „Er wird auf etwa 1,5 Kilometer Durchmesser geschätzt“, sagt Schwab. Ermittelt wird das anhand der Helligkeit, mit der das kleine Hannover das Sternenlicht reflektiert. Die Astronomen legen dafür einen Durchschnittswert zugrunde. Sollte Hannovers Oberfläche aber mit Eiswasser bedeckt sein, wie es bei den Jupitermonden der Fall ist, dann ist er kleiner, weil Eis ja stark reflektiert. Besteht er hingegen aus schwarzen Kohlenstoffverbindungen, dann dürfte er viel größer sein. Die Forscher werden lange brauchen, um verlässliche Daten über Hannover zu bekommen.

So viel wissen sie schon: Der Kleinplanet braucht für seine Umlaufbahn um unsere Sonne etwa 4,2 Jahre. Derzeit befindet er sich zwischen Mars und Jupiter. Schwerkraft hat er kaum, dafür ist er zu klein. „Wenn Sie hüpfen, fliegen Sie da weg“, sagt Hobbyastronom Schwab trocken. „Und es dürfte dort bitterkalt sein - so etwa minus 100 Grad.“

Der 48-jährige Ingenieur für physikalische Technik forscht für ein Helmholtzzentrum in Darmstadt an Atomkernen. Wenn seine Freizeit es zulässt, fährt er zur Sternwarte des Physikalischen Vereins Frankfurt in den Taunus. Dort entdeckte er in der Nacht auf den 28. September 2008 zusammen mit Stefan Karge den kleinen Hannover. Dass die Registrierung des Kleinplanetens bald fünf Jahre gedauert hat, findet er ganz normal. „Der Vorgang muss ja auch richtig geprüft werden.“

Aber warum Hannover? Schwab ist erstaunt über die Frage. „Es müsste heißen: Warum trägt eigentlich bisher noch kein Planet diesen Namen?“, sagt er. Schließlich komme das berühmte Geschwisterpaar Caroline und Friedrich Wilhelm Herschel, Entdecker des Planeten Uranus, aus Hannover. Und hier gebe es die „sehr aktive Volkssternwarte“, die einen überregional guten Ruf habe. Da setze man der Stadt im Norden doch gerne ein Denkmal, sagt Schwab.

Es wird ein Denkmal mit langer Haltbarkeit sein. Der Planet Hannover ist so alt wie unsere Erde, also etwa vier Milliarden Jahre. Und wenn alles so kommt, wie man derzeit glaubt, dann wird das kosmische Hannover das irdische Hannover überdauern. Schließlich wird die Sonne langfristig immer heißer werden und die näheren Planeten verschlingen. „Wenn die Welt untergeht, könnte es auf Hannover richtig angenehm werden“, sagt der Hesse Schwab. Und bestätigt damit, was viele schon immer gewusst haben: Hannover bleibt auf jeden Fall ein guter Ort zum Altwerden.

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