Hannover. Viel Naturstein, hohe Fensterflächen, eine Rundung zur Straßenecke: Der Neubau für die Deutsche Hypo in der südlichen Altstadt erinnert an den Neubau des Kröpcke-Centers, der wenige Hundert Meter entfernt Konturen annimmt. Kein Wunder: Im Architektenwettbewerb für den Bankneubau hat sich das Berliner Büro Kleihues + Kleihues durchgesetzt, das auch schon die Entwürfe für das Kröpcke-Center gefertigt hatte. Im Frühjahr soll nun an der Ecke Osterstraße/Röselerstraße der Abriss beginnen, im September 2013 soll der Neubau fertig sein, kündigte Projektentwickler Peter Bertram am Dienstag bei der Präsentation der Pläne auf der Immobilienmesse Expo Real in München an.
Sechs Geschosse sollen sich in sanftem Schwung an den Straßenlauf anpassen, sogenannte Lisenen, Mauervorsprünge an den Geschossdecken, die Kontur hervorheben. 11.000 Quadratmeter Büro- und Nutzfläche entstehen für die Deutsche Hypo, den Immobilienfinanzierer der Nord/LB, der seine derzeit auf zwei Standorte verteilten Mitarbeiter in Hannover vereinen will. Die Bank wird aber nur Mieter. Für die Investition, die unbestätigten Schätzungen zufolge rund 55 Millionen Euro betragen soll, hat sich Projektentwickler Bertram den Finanzdienstleister LHI aus Pullach ausgesucht. Dessen Geschäftsführer Günther Lorenz pries gestern an, es handele sich um „ein richtiges Landmarkprojekt in einer Topinnenstadtlage“.
Anderthalb Jahre hatte Bertram den Coup vorbereitet, sein kleines Unternehmen musste sich gegen einige Platzhirsche durchsetzen. „Es war nicht leicht, die Bank zu überzeugen, dass ich ein derartiges Vorhaben stemmen kann“, gestand Bertram. Als alternative Standorte waren von der Bank zunächst der Kröpcke, der Aegi und auch der Raschplatz erwogen worden. Dass es aber eine Innenstadtlage sein soll, sei von vornherein klar gewesen, sagte Deutsche-Hypo-Immobilienmanager Frank Dittmann: „Unsere Mitarbeiter kommen zu 70 Prozent per öffentlichem Nahverkehr, und wir legen Wert auf ein gutes, innerstädtisches Umfeld.“
Rückwärtig der Fassade entsteht ein nutzbarer Innenhof mit angrenzender Kantine, alle Büros sollen über viel Tageslicht verfügen. Im Erdgeschoss werden zur Osterstraße hin Ladenflächen eingerichtet, der Herrenausstatter Kuhn will nach Abschluss der Arbeiten an den Standort zurückkehren.
Ob auch in der Röselerstraße Läden entstehen, will Bertram davon abhängig machen, ob die Nachbarn in ihre Immobilien investieren: „Ein Alleingang hat keinen Sinn.“ Baudezernent Uwe Bodemann, der eigens nach München gereist war, hob hervor, dass die Investition das Startsignal für weitere Entwicklungen in der Altstadt sein könne.
Unter anderem will die Stadt ihr Bürgeramt Leinstraße abreißen und dort Wohnbebauung ermöglichen. Wie gestern bekannt wurde, gibt es auch Überlegungen aus dem Planerwettbewerb, Teile der Röselerstraße zur Fußgängerzone zu machen. Bodemann und Bertram betonten aber, dass diese Ideen noch nicht mit Anliegern besprochen seien.
Auf den zweiten und dritten Plätzen landeten in dem Wettbewerb die beiden hannoverschen Büros Schulze und Partner sowie Martinssen. Beide hatten statt auf die Rundung auf eine eckige Kante gesetzt, sich damit aber nicht durchgesetzt.
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