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Aus der Stadt Einbecker ist offenbar an Gilde interessiert
Hannover Aus der Stadt Einbecker ist offenbar an Gilde interessiert
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22:25 07.09.2009
Von Bernd Haase
Die Gilde-Brauerei ist für Einbecker von Interesse. Quelle: HAZ

„Ein hannoversches Bier kann man nur in Hannover brauen, alles andere würde der Markt nicht akzeptieren“, sagte Berndt. Am vergangenen Freitag hatte der Brauriese InBev, dem die Gilde gehört, bestätigt, dass er mit Investoren über einen Verkauf spricht. Namen hatte der Konzern nicht genannt, sondern lediglich Gerüchte dementiert, es seien Bewerber aus dem Ausland darunter.

„Wir führen keine direkten Verhandlungen mit InBev“, sagte Einbecker-Mann Berndt. Gleiches erklärt Peter Lehna, einer der vier Geschäftsführer vom Hofbräuhaus Wolters in Braunschweig. „Für uns kommt ein Einstieg auch nicht infrage, weil die nötige Kapitalkraft fehlt“, nennt er den Grund. Allerdings würde sich die Wolters-Spitze nach seinen Angaben als Geschäftsführer oder als Berater bei der Gilde zur Verfügung stellen, wenn ein marktfremder Investor auftrete und Know-how wünsche.

In Hannover besteht offensichtlich dringender Handlungsbedarf. Die 130 Mitarbeiter arbeiten derzeit kurz, ab dem Jahresende drohen vonseiten InBevs betriebsbedingte Kündigungen. In der vergangenen Woche war ein Papier bekannt geworden, wonach InBev die Werbung für Gilde-Bier zugunsten der Marke Hasseröder weiter einschränken will.

Dabei sind die Gilde-Biere ohnehin schon geschwächt. Lindener Spezial beispielsweise wird nur noch als Flaschenbier angeboten. Gilde-Ratskeller erlebt dramatische Absatzeinbrüche: Der HAZ liegen Daten der Marktforschungsgesellschaft IRI vor. Danach hat InBev im ersten Halbjahr 2008 im Großraum Hannover über den Einzelhandel und Getränkeabholmärkte an Flaschenbier 34 000 Hektoliter Gilde und 29 000 Hektoliter Hasseröder verkauft. Von Januar bis Juni diesen Jahres waren es nur noch 24 000 Hektoliter Gilde, aber 30 000 Hektoliter Hasseröder. „Das zeigt deutlich, welche Taktik dahinter steckt“, sagt ein Insider. Angaben des Betriebsrates, wonach die Zahl der Gilde-Abnehmer in der Gastronomie von einstmals 2000 auf nur noch 180 gesunken ist, blieben bisher unwidersprochen. „Wenn diese Zahlen stimmen, dann ist bald Schluss in der Südstadt“, sagt ein Marktkenner.

Dort ist ohnehin nur noch eine von zwei Produktionslinien in Betrieb, weil die InBev einen Lohnauftrag für das Brauen von Bieren für Discountmärkte verloren hat. Vorschläge der Gewerkschaft, Lindener Spezial zu einem dieser sogenannten Einstiegsbiere zu machen und damit den Absatz vehement anzukurbeln, stoßen bei Wolters-Mann Lehna, der früher bei der Gilde war, auf wenig Verständnis. „Lindener hat als einziges Gilde-Bier emotionales Potenzial. Das muss man zu einer Kultmarke machen.“

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