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Eine Kirche wird zur Synagoge

Ricklingen Eine Kirche wird zur Synagoge

Hannover bekommt eine dritte Synagoge: Ricklingen wird Standort eines bundesweiten Zentrums für bucharische Juden. Die Gemeinde hat die ehemalige Kirche Maria-Magdalena erworben. Ende des Jahres soll das neue Zentrum eingeweiht werden.

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In der ehemaligen Maria-Magdalena-Kirche in Ricklingen sind nun die bucharischen Juden zu Hause.

Quelle: Steiner

Hannover. Hannover bekommt eine dritte Synagoge. Vor wenigen Wochen kaufte die hannoversche Sefardisch-Bucharische Gemeinde nach eigenen Angaben für rund 400 000 Euro die ehemalige evangelische Maria-Magdalenen-Kirche in Ricklingen. Zurzeit baut die Gemeinde die Kirche zu einem bundesweiten Zentrum für die rund 1200 bucharischen Juden in Deutschland um. Die Gesamtkosten inklusive Sanierung belaufen sich voraussichtlich auf eine Million Euro, sagt Gemeindesprecher Michael Krebs. Ende des Jahres soll das neue Zentrum eingeweiht werden.

Die rund 300 Mitglieder zählende hannoversche bucharische Gemeinde hat ihre Wurzeln im asiatischen Teil der ehemaligen Sowjetunion. „Unsere Gemeinde ist sehr jung, der überwiegende Teil der Mitglieder ist unter 35 Jahre alt“, sagt Krebs. Er rechne damit, dass die Gemeinde schnell wachse. „Deshalb planen wir bereits ein bisschen größer.“ Etwa 250.000 Euro steuerten die bucharischen Familien als Eigenleistung bei. Die hannoversche Gemeinde ist mit rund 300 Mitgliedern die größte in Deutschland. Auch der niedersächsische Landesverband der Jüdischen Gemeinden und der Zentralrat der Juden in Deutschland unterstützten das Projekt, ergänzte Krebs.

Die Ricklinger Maria-Magdalenen-Gemeinde hat sich vor zwei Jahren der benachbarten Michaelisgemeinde angeschlossen, das Gemeindezentrum wurde 2009 entweiht und stand seitdem leer. Die nun 4400 Mitglieder umfassende protestantische Michaelisgemeinde wird an ihrem Sitz in der Pfarrstraße 72 verwaltet – nur wenige Hundert Meter von der ehemaligen Magdalenen-Kirche entfernt. Pastorin Marlies Ahlers freut sich, dass die Kirche weiterhin als religiöses Gotteshaus verwendet wird, und hofft auf gute Nachbarschaft mit der jüdischen Gemeinde. „Es wäre schön, wenn es viele freundschaftliche Begegnungen unserer Gemeinden gäbe und wir uns gegenseitig annähern“, sagt Ahlers – und spricht von möglichen gemeinsamen Festen und Treffen, bei denen beide Gemeinden erfahren, wie die jeweils andere ihren Glauben lebt. „Wir sollten neugierig aufeinander sein“, sagt sie.

Die ehemalige evangelische Maria-Magdalenen-Kirche wurde 1962 gebaut. Sie hatte zum Schluss noch rund 1400 Gemeindemitglieder. Nach der Gustav-Adolf-Kirche ist sie bereits die zweite Kirche in Hannover, die an eine jüdische Gemeinde veräußert wurde. In der bereits 2007 aufgegebenen Gustav-Adolf-Kirche ist heute die liberale jüdische Gemeinde zu Hause. Seit 1960 gibt es bereits die Synagoge in der Haeckelstraße im Stadtteil Bult.

Rüdiger Meise und Veronika Thomas

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