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Eine Seele von Puppe

Therapieangebot Eine Seele von Puppe

Hubi dringt da durch, wo andere nur auf Mauern des Schweigens treffen. Diana Jopp (48) erreicht mit ihrer großen Handpuppe Demenzkranke, die sonst kaum noch zugänglich sind. Sie bringt die Senioren zum Lachen und Singen, erinnert sie auf ganz einfühlsame Art an glückliche Zeiten von früher.

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Jede Puppe ist anders: Diana Jopp mit Hubi und Fips

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. Einmal in der Woche, jeden Donnerstagnachmittag, kommt die fünffache Mutter ins Clementinenhaus, um ältere Patienten mit ihrer Puppe zu unterhalten. In der Abteilung Akutgeriatrie des Krankenhauses werden Ältere wieder fit für den Alltag gemacht. Wer keine Lust auf Hubis etwa zehnminütigen Besuch hat, muss nicht mitmachen.

„Alles ist absolut freiwillig, es ist Improvisation und Wagnis, wir wissen beide nicht, wo die Reise hingeht“, sagt Jopp. „Hubi ist wie ein Kind, der Patient der überlegene Erwachsene, der ihm etwas erklären oder zeigen oder einfach nur fürsorglich sein kann.“ Für viele Demenzkranke ist dies eine ungewohnte Rolle, aber eine, die sie mit Stolz erfüllt. Dadurch dass sich die Puppe auf den Schoß des Patienten setze oder ihm über die Haare streichle, werde auch das Körpergefühl der Senioren angesprochen, berichtet Jopp. Soziale Fähigkeiten werden wieder aktiviert.

Hubi kann nur von Diana Jopp gespielt werden: „Das ist bei beseelten Puppen so“, sagt sie, „würde jemand anders Hubi halten, wären die Patienten irritiert.“ Denn auch die Puppe habe ihre persönliche Geschichte, die sie geprägt habe. Deshalb käme sie auch immer nur mit Hubi und nicht mit ihren anderen Handpuppen oder -tieren (darunter auch ein täuschend echt wirkender Hund namens Fips und ein Schwein).

Bis zum vergangenen Sommer hatte Jopp noch als Diät-Assistentin in der Küche des Clementinenhauses gearbeitet, jetzt hat sie ihr Hobby – das Handpuppenspiel – professionalisiert und zum Beruf gemacht. Sie ist auch selbst schon als Dozentin zum therapeutischen Handpuppenspiel unterwegs.

Die 48-Jährige, ursprünglich gelernte Restaurantfachfrau, hat sich bei der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) zur Begleitungsfachkraft mit dem Schwerpunkt geronto-psychiatrische Erkrankungen qualifiziert. Das berufsbegleitende Angebot richtet sich an nicht examinierte Pflegekräfte oder Seniorenbegleiter und geht über 15 Monate. „Unsere Teilnehmer machen das, wofür in der Hektik der Pflege oft keine Zeit ist“, sagt Bettina Greb-Kohlstedt von der LEB. „Sie geben den Patienten Halt und Nähe.“

„Ich kann an den Augen der Senioren sehen, wie es ihnen geht“, sagt Diana Jopp, „sie brauchen gar nichts zu sagen.“ Für das Clementinenhaus seien Hubi und Jopp in „ihrer Lebendigkeit und Zugewandtheit“ ein echter Gewinn, sagt auch Heike Schack, Leiterin der Geriatrie-Abteilung. „Eigentlich braucht jedes Krankenhaus so etwas.“ In Hannover macht dies aber bislang nur Diana Jopp.

Info: Am 28. August startet der nächste Weiterbildungsgang zu Begleitungsfachkraft mit Schwerpunkt geronto-psychiatrische Erkrankungen bei der LEB, Plathnerstraße 3A. Er läuft bis zum 23. November 2018. Neben einem Einführungs- und Prüfungsblock findet der Unterricht jeweils dienstags von 8 bis 16 Uhr statt. Weitere Informationen unter www.biz-hannover.leb.de.     

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