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Aus der Stadt Einfach mal an Regeln halten
Hannover Aus der Stadt Einfach mal an Regeln halten
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00:19 03.04.2018
Quelle: Symbolbild/Daniel Naupold
Hannover

 Termine absagen, die man nicht einhalten kann; anhalten, wenn die Ampel auf Rot steht; zu einmal gemachten Zusagen stehen – vielen Menschen fällt es anscheinend zunehmend schwerer, sich an vorgegebene Regeln zu halten. Manchmal mit tragischen Folgen: Hätten die Hundenhalter am Ihme-Ufer den dort geltenden Leinenzwang eingehalten und ihre Tiere nicht freilaufen gelassen, wäre der 65-Jährige, dem die Hunde vors Rad gelaufen sind, nicht gestorben. Vielleicht wäre er auch nicht gestorben, wenn er langsamer gefahren wäre oder einen Helm getragen hätte. Eine Helmpflicht für Radfahrer gibt es allerdings nicht, die Anleinpflicht für Hund im Stadtbezirk Mitte sehr wohl. 

Unkenntnis ist keine Ausrede. Wer einen Hund hält, muss sich selbst darüber kundig machen, wo er seinen Hund freilaufen lassen darf und wo nicht, er muss wissen, dass zwischen Anfang April und Mitte Juli, in der sogenannten Brut- und Setzzeit,  eine Leinenpflicht gilt. Das darf man erwarten, so wie man von Auto- und Radfahrern erwarten darf, dass sie die Verkehrsregeln kennen und nicht verkehrt herum in Einbahnstraßen fahren. 

Regeln sollen das Zusammenleben erleichtern. Wenn sich immer weniger Menschen an Regeln halten, wird das Zusammenleben schwieriger, das Konfliktpotenzial steigt. Warum meinen viele Radfahrer, dass rote Ampeln für sie nicht gelten? Warum kann man Termine beim Friseur, Arzt oder Therapeuten nicht einfach absagen? Gerade in Zeiten des allgegenwärtigen Handys sollte eine schneller Anruf, eine Textnachricht oder eine Mail eigentlich möglich sein. Wenn etwa Friseure Termine freihalten, zu denen dann keiner kommt, haben sie reale Einkommensverluste. Kein Wunder, dass sich viele Kleinunternehmer jetzt wehren und inzwischen Strafgebühren erheben, für die es laut Verbraucherzentrale nicht immer eine Rechtsgrundlage gibt. Aber reicht nicht eigentlich auch das Höflichkeitsgebot?

Gastronomen berichten, dass in ihrer Branche das Reservierungs-Hopping zur Unsitte wird. Für Familienfeiern mit 20 bis 30 Personen wird nicht in einem, sondern in zwei oder drei Restaurants vorbestellt und dann das günstigste Angebot genommen – die anderen Reservierungen aber werden nicht wieder abgesagt. Oder man pfeifft auf die Reservierung und geht einfach spontan ins Nachbarlokal. Das Nachsehen hat der Gastronom, der Personal bestellt, frisch kocht und die 20 Essen nicht einfach einfrieren kann. Auch hier können sich die Betriebe nur mit Verträgen, Unterschriften und Strafzahlungen bei Nicht-Einhaltung behelfen. Auch Kindergärten und Schulen kennen Mehrfachanmeldungen seit Langem und Eltern, die nicht absagen, wenn sie anderswo einen Platz bekommen haben.  

Schulen beklagen sich darüber, dass Eltern generell die Schulpflicht immer laxer sehen. Da wird die Sommerreise in die Sonne schon am vorletzten Schultag angetreten, weil sie dann weniger kostet. Da wird das Kind am Tag  vor dem langen Himmelfahrtswochenende lieber gleich als krank entschuldigt, damit man den langen Staus am Nachmittag entgeht. Auch Ärzte und Therapeuten legen längere Termine für Kinder gern auf den Vormittag, ungeachtet der Schulpflicht, vielleicht weil sie sich ab 16 Uhr um ihre eigene Familie kümmern wollen.

Für den eigenen Regelbruch, für das eigene Fehlverhalten findet man selbst meist schnell eine Ausrede. Die Zeit war zu knapp, es gab zu viel zu tun, ich habe es eben nicht geschafft. Pädagogen aber wissen: Man lernt durch Vorbilder, Kinder lernen von ihren Eltern. Am besten gleich selbst anfangen: Bei Rot anhalten, Termine absagen, anleinen, wo Leinenzwang ist, Urlaub in den Ferien und nicht in der Schulzeit buchen, wenn die Kinder mit sollen. Ist doch eigentlich gar nicht so schwer.

Von Saskia Döhner

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