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Aus der Stadt So voll war es am Sonnabend in Hannovers City
Hannover Aus der Stadt So voll war es am Sonnabend in Hannovers City
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19:20 18.12.2016
Von Michael Zgoll
Weihnachtsshopping: Voll wurde es in der Ernst-August-Galerie am Sonnabend. Quelle: Kutter
Hannover

Andrea Tannewitz und Peter Fiedler haben in der weihnachtlich geschmückten Ernst-August-Galerie großzügig eingekauft, haben sich Schmuckstücke im Wert von 2000 Euro gegönnt. Und doch fiebert das Paar aus Steinhude nun keineswegs dem Heiligen Abend entgegen: den haben sie nämlich schon vor zwei Wochen gefeiert. „Die Bescherung mit unseren erwachsenen Kindern und den Nachbarn fand am Freitag, 2. Dezember statt“, erzählt die 54-jährige Heilpraktikerin. Und weil ihr die Weihnachtsrituale am Herzen liegen, sei auch am darauf folgenden Samstag alles so abgelaufen wie am ersten Weihnachtstag, halt nur ein paar Wochen früher. „Es war großartig“, schwärmt Tannewitz – nun könne sie sich auf einen entspannten Urlaub auf Fuerteventura freuen. 

Glühwein, Shopping, Vorweihnachtszeit: Das war der Sonnabend vor Heiligabend in Hannover.

Wer an diesem Sonnabend ähnlich stressfrei wie das Paar aus Steinhude einkaufen will, ist gut beraten, seine Einkäufe bis mittags erledigt zu haben. Denn am Vormittag ist es erstaunlich leer in der hannoverschen Innenstadt, von vorweihnachtlicher Hektik keine Spur. Am Nachmittag dann füllen sich die Kaufhäuser, Einkaufsgalerien und kleineren Läden zusehends, doch von übergroßer Fülle kann keine Rede sein. Nichtsdestotrotz laufen die Geschäfte gut, vom umsatzstärksten Adventswochenende in diesem Jahr spricht am Abend Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft.

Überhaupt werde dieser Dezember für die Kaufleute sicher ein „sehr, sehr ertragreicher Monat“, meint Prenzler – was auch der Tatsache geschuldet ist, dass einige Feiertage auf Sonntage fallen und die Geschäfte somit an zwei Werktagen mehr als gewöhnlich öffnen können.

Keine nennenswerten Staus

Die Polizei vermeldet an diesem Tag keine nennenswerten Staus, die Autofahrer müssen nirgendwo sonderlich lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Das ist auch dem Maßnahmenbündel geschuldet, das Stadt, Polizei und Händlergemeinschaft nach einigen chaotischen Wochenendtagen vor Monaten geschnürt haben. An vielen Knotenpunkten seien die Ampeln nun besser geschaltet, so dass der Verkehr reibungslos fließen könne, erläutert Prenzler. Auch reise inzwischen rund die Hälfte der Menschen, die samstags durch die Innenstadt pilgern, mit Zug, Stadtbahn und Bus an.

Verana Kopfnagel ist in diesem Dezember schon zum dritten Mal auf dem hannoverschen Weihnachtsmarkt. Das liegt an Marlene. Marlene ist drei Jahre alt und liebt das Feuerwehrauto und die Pferde, die sich zu Füßen der Marktkirche ständig im Kreise drehen. „Früher war ich eher wegen des Glühweintrinkens hier, jetzt bestimmt meine Tochter das Programm“, erzählt die Südstädterin. Heißt: Die nächste Station ist der Wunschbrunnenwald.

Viele Auswärtige besuchen den Weihnachtsmarkt

Auf den Märkten am Hauptbahnhof sowie zwischen Hohem Ufer und Platz der Weltausstellung bietet sich diesen Samstag ein ähnliches Bild wie in den Geschäften: Vom Vormittag bis zum frühen Nachmittag können die Besucher noch sehr entspannt durch die Phalanx der Buden spazieren, das große Gedränge setzt erst am späten Nachmittag ein. Diese Tage sei das Wetter ideal, sagt Arthur Armbrecht, Vorsitzender der niedersächsischen Markt- und Schaustellerbetriebe: „Trocken und nicht zu kalt.“ Mit Schnee rechne man ja schon gar nicht mehr, eine Puderzuckerdecke wäre wie ein Sechser im Lotto.

„Der hannoversche Weihnachtsmarkt ist sehr abwechslungsreich und auch für viele Auswärtige eine große Attraktion“, weiß Armbrecht. Die lebende Bestätigung ist eine siebenköpfige Clique aus Wolfsburg, die den Markt in der Altstadt bereits seit Jahren besucht. „Wir haben eine feste Route, auf der Glühwein, Glögi und Fleischspieß eine tragende Rolle spielen“, schmunzelt Stefan Berdien. „Der Wolfsburger Weihnachtsmarkt ist niedlich, aber Hannover ist halt Kult“, ergänzt Marion Mitschke.

Kundgebung zur Lage in Aleppo

Etwas unruhig wird es gegen 13.30 Uhr zwischen Hauptbahnhof und Kröpcke: Rund 180 Fußballfans aus Frankfurt, die auf dem Weg nach Wolfsburg sind und in Hannover Zwischenstation machen, starten zu einem unangemeldeten Ausflug in die City. Hier und da kommt es zu Rangeleien mit den sie begleitenden Bundespolizisten, auch ein paar Scharmützel mit Anhängern von Hannover 96 registriert die Einsatzzentrale.

Während die einen Lust auf Randale haben, protestieren vor dem Opernhaus andere gegen die fürchterliche und ausufernde Gewalt in einer ganz anderen Ecke der Welt: in Aleppo. Rund 500 Teilnehmer zählt eine Kundgebung gegen den Krieg und das Leiden in Syrien, zu der die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş am Nachmittag aufgerufen hat. Auch in mehreren anderen europäischen Städten finden diesen Sonnabend Kundgebungen für ein Ende des Mordens in Nahost statt. Der Kontrast zum vorfestlichen Treiben in Hannovers City könnte kaum größer sein – viele Syrer sind von weihnachtlichem Frieden so weit entfernt wie die Erde vom Mond.

Nach Polizeiangaben haben sich momentan rund 500 Menschen auf einer Kundgebung zur dramatischen humanitären Lage in der syrischen Stadt Aleppo auf dem Opernplatz versammelt. Angemeldet wurde die Kundgebung vom Ortsverein der islamischen Gemeinschaft Milli Görüs.

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