Das geht aus dem kommunalen Bildungsbericht 2010 hervor, den die Stadt jetzt zum zweiten Mal zusammengestellt hat. Insgesamt wurden 2009 rund 23 Prozent der Kinder bis drei Jahre in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter betreut. Die Nachfrage, besonders bei berufstätigen Eltern, ist deutlich höher. Das Platzangebot wird bis 2013 stufenweise ausgebaut.
Immerhin stieg der Anteil der Einwandererkinder in Krippen im Vergleich zum Jahr 2008 um 14 Prozent. Diesen Anstieg wertet Ingrid Wagemann, jugendpolitische Sprecherin der Ratsgrünen, als positives Signal. „Wir müssen weiter unter Einwanderern für Krippen werben, denn dort werden die Kinder gut gefördert.“ Auch in der deutschen Bevölkerung habe sich diese Erkenntnis erst langsam durchgesetzt. „Es ist noch nicht lange her, dass Mütter, die ihr Kind in eine Krippe gaben, als Rabenmütter galten.“ Wagemann setzt vor allem auf Stadtteilmütter große Hoffnungen, die als Einwanderer dafür qualifiziert werden, ihre Nachbarn in Erziehungsfragen zu beraten. Im Kindergarten, den quasi alle Kinder von drei bis sechs Jahren besuchen, hat das offenbar bereits geholfen. Dort stieg der Anteil der Einwandererkinder von 41 Prozent im Jahr 2008 auf 45 Prozent 2009.
Doch beim schulischen Erfolg gibt es bisher noch große Unterschiede. 15 Prozent der ausländischen, aber nur knapp sieben Prozent der deutschen Jugendlichen verließen 2009 die Schule ohne Abschluss. Von den Schulabgängern mit deutschem Pass schafften die meisten (43 Prozent) Fachhochschul- oder Hochschulreife. Das gelang nur 17 Prozent der Jugendlichen anderer Nationalitäten. Unter den ausländischen Jugendlichen erreichte die größte Gruppe (46,5 Prozent) den Realschulabschluss, die zweitgrößte Gruppe (21,4 Prozent) verließ die Schule mit Hauptschulabschluss. 36 Prozent der deutschen Schulabgänger machten einen Realschulabschluss, 13,5 Prozent einen Hauptschulabschluss. Die Schulstatistik unterscheidet dabei nur zwischen Jugendlichen mit oder ohne deutschen Pass. Ob die Familie des Schülers eingewandert ist, wird nicht erfasst.
Die Stadt will mit ihrem kommunalen Bildungsbericht die Entwicklung der Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen dauerhaft beobachten und eigene Schritte planen. Zum neuen Schuljahr startet zum Beispiel der Aufbau von Ganztagsgrundschulen, bis zum Schuljahr 2012/2013 sollen 21 der 56 Grundschulen städtisch geförderte Nachmittagsangebote machen. Jetzt beginnen acht Schulen mit dem Programm. „Wir haben nach langer Diskussion städtisches Geld mobilisiert, weil die Schulen eine längere Betreuung bieten sollen“, sagt Wagemann. Hausaufgabenhilfe, Förderangebote, Kunst- und Sportkurse sollen die Bildungschancen möglichst vieler Kinder erhöhen.
Kommentarfunktion deaktiviert.
HAZ.de Anmeldung