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Einwegbecher für Stadion beschlossen Zum Wegwerfen

Das Mehrwegsystem im Stadion ist passé: In der nächsten Saison werden die Getränke in Einwegbechern ausgeschenkt. Bis zu 60.000 Plastikbehälter sind dann pro Spieltag nötig. Kritik kommt von Umweltverbänden.

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HCC-Chef Joachim König hat den Prototyp des neuen Plastikbechers vorgestellt.

Quelle: Dröse

Hannover. In der kommenden Bundesligasaison werden in der HDI-Arena Getränke nur noch in Wegwerfbehältern ausgeschenkt. Damit wird ein Auftrag umgesetzt, den der Verein Hannover 96 dem  Hannover Congress Centrum (HCC), Gastronomiebetreiber im Stadion, erteilt hatte. Weil Stadionbesucher durch Becherwürfe immer wieder verletzt wurden, sollte eine Alternative zu den scharfkantigen Mehrwegbechern entwickelt werden. Am Montag gab nun die Ratspolitik im HCC-Ausschuss grünes Licht für einen neuen, kompostierbaren Einwegbehälter aus weichem Kunststoff.

50.000 bis 60.000 Becher muss das HCC künftig für jedes Heimspiel bereitstellen. Im Vergleich zum bisherigen Mehrwegsystem kommen zusätzliche Kosten von 25 000 Euro auf den Gastronomiebetreiber zu. Wie sich 96 und das HCC diese Kosten teilen, wird jetzt verhandelt. HCC-Direktor Joachim König kündigt an, bis Saisonstart ein Sammelsystem zu entwickeln. Umweltverbände kritisieren die Entscheidung. „Insbesondere für eine rot-grün geführte Stadt wie Hannover ist die Umstellung ein Armutszeugnis“, sagte Jürgen Resch, Hauptgeschäftsführer der Umwelthilfe. Auf die Getränkepreise hat der Wechsel des Bechersystems keine Auswirkungen. Das heiße aber nicht, sagt Stadionmanager Thorsten Meier, dass die Preise nicht beizeiten „angepasst“ werden müssen.

Für Hannover 96 sind die scharfkantigen Mehrwegbecher ein Sicherheitsrisiko. Bei jedem Heimspiel werden durchschnittlich zehn Stadionbesucher von umherfliegenden Bechern getroffen. Auch Hannovers ehemaliger Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) bekam vor vier Jahren beim Spiel Hannover gegen Dortmund einen Becher an den Kopf. Die Platzwunde musste noch im Stadion versorgt werden. Nicht nur die hannoversche Polizei, auch der Deutsche Fußball Bund ermahnte Hannover 96, das Verletzungsrisiko zu minimieren und auf Einwegbecher aus weichem Kunststoff umzustellen. „Sicherheit geht für uns vor“, sagt Stadionmanager Thorsten Meier. Deshalb habe man das HCC um ein neues Becherkonzept gebeten.

Der Gastronomiebetreiber ist dem Auftrag des Vereins zähneknirschend nachgekommen. Schließlich setzt man im Congress Centrum seit Jahren auf nachhaltige Produkte. Einen Müllberg nach jedem Heimspiel zu produzieren  würde gegen die Firmenphilosophie verstoßen. Daher betont HCC-Chef König, mit dem neuen Einwegbecher aus PLA-Kunststoff ein Behältnis gefunden zu haben, das kompostierbar sei. „Das hat uns ein Gutachten der Ostfalia, der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel, bestätigt“, sagt König.

Der HCC-Direktor spricht denn auch von einer Vorreiterrolle, die Hannover in Sachen Wegwerfbecher einnimmt. „Die Hochschule will unser Projekt begleiten“, sagt König. Dennoch ist der Aufwand groß. Das HCC muss dafür sorgen, dass der Großteil der bis zu 60.000 Becher nicht auf den Tribünen liegen bleibt, sondern in Abfalleimern entsorgt wird, möglichst getrennt vom anderen Müll. „Dafür werden wir röhrenförmige Sammelboxen aufstellen, in die nur die Becher passen“, sagt König. Zum Saisonstart will er alle Stadionbesucher auf die neuen Behälter aufmerksam machen, um eine „ordentliche Sammelquote“ zu erzielen. Die liegen gebliebenen Becher zwischen den Sitzen müssen die Reinigungskräfte von Hannover 96 zusammenkehren. „Ob dabei auf Mülltrennung geachtet wird, ist zu bezweifeln“, sagt CDU-Ratsherr Lars Pohl.

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Einwegbecher gefährdet Aktion
Beim Torjubel wie hier von Didier Ya Konan (li.) fliegen im Stadion oft die Becher.  zN

Sollten bei den Spielen der Bundesligafußballer von Hannover 96 künftig Getränke nur noch in Wegwerfbechern aus Weichplastik verkauft werden, bedeutete dies das Ende für das Projekt „Trinkwasser für Trinkbecher“, das im Stadion läuft.

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