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Aus der Stadt Sind Hannoveraner geiziger als andere Städter?
Hannover Aus der Stadt Sind Hannoveraner geiziger als andere Städter?
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09:33 21.12.2015
Ist die Innenstadt so gut, dass man hier für weniger Geld genauso gute Geschenke kaufen kann wie anderswo? Oder sind die Hannoveraner knausriger? Quelle: dpa / M
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Hannover

Das haben Befragungen von 46.550 Deutschen ergeben, durchgeführt von Studierenden und Lehrenden der privaten Fachhochschule FOM, die auch in Hannovers am Cityring ein Domizil hat. Kein Wunder: Im Raum München wird mit rund 500 Euro das größte Geschenkbudget verplant. Deutlich vor Hannover liegen aber auch außerhalb Bayerns etwa die Ballungsräume Düsseldorf mit 448 Euro und Dortmund mit 474 Euro oder auch die Stadtstaaten Berlin (399 Euro), Bremen (428 Euro) und Hamburg (441 Euro).

Ullrich Thiemann vom Einzelhandelsverband in Hannover versucht sich an einer wohlwollenden Erklärung: „Die Studie zeigt, dass die Hannoveraner das effektive Einkaufen bevorzugen. Dazu bietet die hannoversche Innenstadt ein vielfältiges Angebot, das mit kurzen Wegen schnell erreichbar ist.“ Ist die Innenstadt also so gut, dass man hier für weniger Geld genauso gute Geschenke kaufen kann wie anderswo? Oder wird hier einfach mehr gebastelt als gekauft? Oder sind die Hannoveraner knausriger? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Jedoch offenbart die Zusammenfassung der Studie viele weitere spannende Einblicke in das Einkaufsverhalten der Hannoveraner in der Vorweihnachtszeit: 

Weitere Erkenntnisse der Weihnachtsgeschenkstudie der FOM (Originaltext):

Bevorzugte Einkaufsmöglichkeiten

Niedersachsen kaufen ihre Geschenke am liebsten in städtischen Einkaufszentren und Fachgeschäften. Sie liegen in der Gunst deutlich vorn: vor Fachmärkten wie Saturn und (den gleichauf liegenden) Onlineshops, aber auch vor den übrigen Einkaufsmöglichkeiten wie Warenhäuser, Supermärkte usw. 

Ganz anders die Hannoveraner: Städtische Einkaufszentren liegen bei ihnen wie bei den Niedersachsen im Ganzen auf Platz 1, sind aber in Hannover deutlich beliebter. Viel beliebter als bei den Niedersachsen im Ganzen sind auch Käufe in Internetshops: Sie belegen Platz 2. Auf Platz 3 der Rangliste der beliebtesten Einkaufsmöglichkeiten der Hannoveraner folgen Warenhäuser wie Kaufhof, die bei den Niedersachsen in deutlich geringerer Gunst stehen. Platz 4 belegen bei den Hannoveranern städtische Fachgeschäfte. 

Frauen sind schneller als Männer

Frauen kaufen früher ein als Männer. „Bis Mitte Dezember hat der Großteil der Frauen bereits den Geschenkeeinkauf erledigt. Männer beginnen vermehrt erst Anfang Dezember, sich Gedanken zu machen. Sie kaufen ihre Geschenke bis kurz vor Weihnachten ein“, so FOM-Professor Rüdiger Grimm, der die Umfrage in Hannover mitbetreute. Besonders kurzfristig, teilweise nur einen Tag vor Weihnachten, kümmern sich daher zweieinhalbmal so viele Männer wie Frauen um die Geschenke.

Ausgaben steigen Jahr für Jahr

Bundesweit steigen die Ausgaben für Weihnachtsschenke seit Jahren kontinuierlich an. Der Pro-Kopf-Wert von 459 Euro 2015 liegt um 2,7 Prozent höher als 2014 und gut 35 Prozent höher als 2011. Damals beabsichtigte jeder Befragte, 339 Euro auszugeben. Gleichwohl scheint sich eine gewisse konjunkturelle Unsicherheit in den Werten niederzuschlagen. Von 2013 auf 2014 stieg der Pro-Kopf-Wert immerhin um satte 12,5 Prozent.

Die hohen Pro-Kopf-Ausgaben für Weihnachtsgeschenke verteilen sich dabei auf eine relativ breite Bevölkerungsschicht. Immerhin wollen vier von fünf Befragten in Niedersachsen ebenso wie im gesamten Bundesgebiet 2015 genauso viel oder mehr als 2014 ausgeben. Und immerhin mehr als die Hälfte aller Befragten bundesweit plant, für Geschenke mehr als 300 Euro auszugeben. Eine stolze Summe!

Männer sind spendabler als Frauen – und andere Details

Bundesweit sind Männer spendabler als Frauen: Sie wollen durchschnittlich fast 30 Euro mehr ausgeben (473 Euro statt 445 Euro). Unter den verschiedenen Altersgruppen wiederum sind die 56-65-Jährigen die ausgabenstärksten: Sie planen gut 113 Euro mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung auszugeben (572 Euro statt 459 Euro).

Bemerkenswert auch der Vergleich zwischen den sozialen Gruppen: Hausmänner und -frauen liegen mit 558 Euro pro Kopf an der Spitze, gefolgt von Rentnern mit 544 Euro und Berufstätigen mit 501 Euro. Deutlich darunter liegen Arbeitssuchende (309 Euro), Studenten (235 Euro) und Schüler (158 Euro).

Wer ist die FOM?

Mit 35.000 Studierenden ist die FOM die größte private Hochschule Deutschlands. Sie bietet Berufstätigen und Auszubildenden an bundesweit 31 Hochschulzentren die Möglichkeit, berufsbegleitend praxisorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften und Ingenieurwesen zu absolvieren.

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