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Reimann sucht Nachfolger für das Clichy

Nach 36 Jahren Reimann sucht Nachfolger für das Clichy

Mit 73 Jahren will Ekkehard Reimann nicht mehr zwölf oder 14 Stunden am Herd stehen. Der Gastronom überlegt, das Clichy einem Nachfolger zu übergeben. Gefunden hat er aber noch keinen: „Ich nehme keinen Hallodri."

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Überlegt, das Clichy einem Nachfolger zu übergehen: Ekkehard Reimann.

Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)

Hannover. "Das Denkmal zerbröckelt“: So harsch urteilte schon vor einem Jahr ein wegweisender Gastronomieführer. Und so ganz klar ist nicht, ob das Lob oder Kritik sein sollte. Immerhin muss man es erst einmal zum Denkmal bringen.

Das Denkmal selbst kümmert’s ohnehin nicht: „Ich lese nur die guten Kritiken“, sagt Ekkehard Reimann, der inzwischen 73-jährige Koch und Gastronom, der in den vergangenen 35 Jahren die Restaurantszene Hannovers vielleicht am nachhaltigsten geprägt hat. Von Zerbröckeln kann auch keine Rede sein, Reimann schwankt allenfalls etwas. Er überlegt, wie das wohl weitergehen soll mit seinem Gastroimperium, das zu seinen aktivsten Zeiten fünf Betriebe umfasste und jetzt immerhin noch aus dreien besteht: dem Reimannseck, einem Biergarten am Maschsee - und dem Clichy. Und ausgerechnet das Clichy steht zur Disposition. „So wie früher - zwölf oder 14 Stunden Kocherei - das geht nicht mehr“, stellt er fest. „Ich habe mir irgendwann überlegt, dass man auch mit dem Reimannseck und dem Biergarten am Maschsee leben könnte.“

Das Clichy ohne Reimann? Darauf muss man erst einmal kommen. Schließlich hat der gebürtige Berliner nach seinen Lehr- und Wanderjahren damit 1979 in Hannover Fuß gefasst. Er begründete mit dem Clichy sein Unternehmen und brachte den Hannoveranern hochklassige französische Kochkunst nahe. Danach folgten Gattopardo, Königsberg, der Uni-Biergarten, das Reimanns, das Röhrbein, der Imbiss am Maschsee, das Reimannseck. Die Restaurants kamen und gingen, das Clichy ist geblieben - inzwischen 36 Jahre lang.

Vorübergehend konnte Reimann mit einem Michelin-Stern werben („Als der weg war, das hat mich gewurmt“), und bis heute steht das Restaurant am Weißekreuzplatz für Qualitätsküche in zeitlos-gediegenem Ambiente: etwas Biedermeier, etwas moderne Kunst, Holzvertäfelung, gepolsterte Stühle, elegant und dezent, klassisch, aber nicht verstaubt. Ministerpräsidenten sind dort zu Gast, hochkarätige Geschäftsleute und viele Stammgäste. „Wir nehmen Trends auf, rennen aber nicht jedem hinterher“, beschreibt Reimann seine Strategie. Tatsächlich hat der Gastronom inzwischen einen Mitarbeiter, der sich um digitale Werbung kümmert: Webseite, Facebook, Newsletter.

Das alles kostet Kraft. 80-Stunden-Wochen sind für einen Gastronomen nicht unüblich. „Wenn man die 70 überquert, wird jedoch alles langsamer“, sagt Reimann. So sei der Gedanke gewachsen, das Clichy abzugeben. Interessenten habe es schon gegeben, doch das Interesse sei wieder abgeflacht. Reimann sucht jemand, der mit Herzblut dabei ist. Überhaupt gilt: „Ich nehme keinen Hallodri, und ein bisschen Geld möchte ich natürlich auch haben.“

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