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Elektromobilität kommt nicht voran

Stadtmobil stoppt E-Autos Elektromobilität kommt nicht voran

Elektrofahrzeuge bleiben auf Hannovers Straßen Exoten. Zum Jahresende erleidet das Vorhaben, mehr sogenannte Stromer in den Verkehr zu bringen, einen weiteren Rückschlag. Grund ist das geringe Interesse der Nutzer an der neuen Technik. In Hannover sind derzeit knapp 1800 Stromer zugelassen.

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Exot in Hannover: Das Interesse an den Stromern ist nicht so hoch wie erwartet.

Quelle: Quaet-Faslem

Hannover. Der Carsharing-Anbieter Stadtmobil nimmt seine bisher 27 Elektroautos innerhalb der mehr als 200 Fahrzeuge umfassenden Flotte aus dem Programm. „Das Interesse an der innovativen Technik ist groß, die meisten nutzen sie jedoch nicht“, heißt es in einer Mitteilung von Stadtmobil.

Die 27 Fahrzeuge von Stadtmobil, in der Mehrzahl solche vom Typ Nissan Leaf, haben einen messbaren Anteil am Gesamtaufkommen der Elektroautos in der Region Hannover. Er beträgt rund 1,5 Prozent. Derzeit sind in der Landeshauptstadt und dem Umland zusammen knapp 1800 Stromer zugelassen – dazu zählen in der Statistik allerdings auch Hybridfahrzeuge. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um lediglich 400 Exemplare. Die Bilanz fiele noch dürftiger aus, wenn nicht Verwaltungen wie etwa Stadt und Region und öffentliche Unternehmen wie die Stadtwerke Elektroautos für die eigenen Fuhrparks angeschafft hätten. Stadtmobil-Anbieter Quicar, eine Tochter des VW-Konzerns, hatte Elektroautos nach Hannover bringen wollen, dieses Vorhaben aber im Sommer gestoppt.

Auch das nach zwei Jahren endende Projekt bei Stadtmobil wurde öffentlich unterstützt – mit Zuschüssen für das sogenannte Schaufenster Elektromobilität. Eine wissenschaftliche Auswertung der Buchungen und zurückgelegten Touren hat ergeben, dass „Schwächen in der Reichweite, hohe Anschaffungskosten und fehlende flächendeckende Lade­infrastruktur einen kostenneutralen Einsatz von Elektroautos im Carsharing-Betrieb noch nicht zulassen.“

Andererseits geht aus der Auswertung auch hervor, dass die Kunden am Steuer eines Stromers gesteigertes Fahrvergnügen empfinden. Deshalb bleibt ein Nissan Leaf bei Stadtmobil erhalten, und zwar derjenige an der Berckhusenstraße in Kleefeld. Dafür ist Unterstützung erforderlich, die von der Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz kommt.

Für die erwähnte Ladeinfrastruktur, also Stromtankstellen, sind im Stadtgebiet im Wesentlichen die Stadtwerke zuständig. Nach Angaben des Unternehmens gibt es 14 Standorte mit 21 Ladesäulen sowie vier sogenannte Schnellladestationen. 600 Autobesitzer haben sich als Nutzer registrieren lassen. „Eine erste Zwischenbilanz zeigt, dass der Umfang der öffentlichen Lademöglichkeiten in Hannover dem tatsächlichen Bedarf genügt“, teilen die Stadtwerke mit. Dynamischer als die Nutzung steigt die technische Entwicklung. Die erste Ladesäule, die die Stadtwerke für Elektrofahrräder im Jahr 2010 vor dem Kundenzentrum am Platz der Weltausstellung aufstellte, befindet sich mittlerweile im Historischen Museum.

Das Schaufenster Elektromobilität, mit dem die Bundesregierung durch millionenschwere Zuschüsse für Vorzeigeprojekte diese Mobiltätsvariante fördern wollte, läuft aus. Vom einst verkündeten Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen, hat man sich längst verabschiedet. Die Metropolregion Hannover war einer von vier bundesweiten Standorten.

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