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Aus der Stadt Elkartallee soll neuen Namen haben
Hannover Aus der Stadt Elkartallee soll neuen Namen haben
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18:19 21.05.2009
Von Conrad von Meding
Soll umbenannt werden: die Elkartallee in der Südstadt. Quelle: Florian Petrow

Künftig soll Personen die Ehre eines Straßennamens nicht nur dann entzogen werden können, wenn sie eindeutig kriminell gewesen sind, sondern auch, wenn es sich „bei der namensgebenden Person um einen aktiven Unterstützer eines Unrechtssystems“ gehandelt hat. Aktuell soll damit die Umbenennung der Elkartallee in der Südstadt ermöglicht werden. Baudezernent Uwe Bodemann machte vor Ratspolitikern aber keinen Hehl daraus, dass die neue Regelung etliche weitere Umbenennungen nach sich ziehen kann.

Prof. Karl Elkart habe nach neuen historischen Untersuchungen als Stadtbaurat (1925 bis 1945) „in hervorgehobener Position die Verfolgungspolitik des NS-Regimes“ ausgeführt, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Er habe die Notsituation der Juden ausgenutzt, um von ihnen „günstig“ Eigentum für die Stadt zu erwerben, und sich schon 1933 dafür eingesetzt, dass an Juden keine städtischen Aufträge mehr vergeben werden. Damit werde ihm zwar nicht persönliche Bereicherung vorgeworfen, er habe aber „eilfertig und zum Teil mit Eigeninitiative die unmenschliche Politik des NS-Regimes unterstützt“.

Nach den bisherigen Richtlinien der Stadt reicht das aber nicht, um ihm den Straßennamen zu entziehen. Immer wieder haben Anwohner in ähnlichen Fällen geklagt, wenn sie die Verhältnismäßigkeit verletzt sahen. Die Stadtspitze schlägt den Ratspolitikern daher vor, die Regeln zu verschärfen, um vor Gericht keine Schlappe zu erleiden. Der Rat muss darüber beraten und entscheiden.

Unabhängig davon werde noch im Mai das Verfahren zur Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Allee in Badenstedt gestartet, kündigte Bodemann an. Lettow-Vorbeck war neueren Untersuchungen zufolge beim Ostafrikafeldzug (1914 bis 1918) für „grausame Kriegsführung“ mitverantwortlich und hatte auch 1904 das brutale Niederschlagen des Herero-Aufstands unterstützt und später gerechtfertigt. Die Vorwürfe wiegen so schwer, dass für diese Namensänderung keine neuen Regeln nötig sind. Die Stadt will die etwa 400 betroffenen Anwohner in Kürze informieren.

Nicht vollzogen wird wohl eine Umbenennung in der Südstadt, wo es eine peinliche Panne gegeben hat. Der Bezirksrat hat auf rot-grünen Antrag hin beschlossen, die Widmung der Wißmannstraße (nach dem Afrikaforscher und Kolonialisten Hermann von Wißmann) zu ändern, künftig sollte die Straße nach dem indogermanischen Sprachwissenschaftler Wilhelm Wißmann (1899-1966) benannt werden. Jetzt hat sich herausgestellt, dass dessen Schriften in der Zeit des NS-Regimes höchst umstritten sind. „Ich bin von Anwohnern darauf angesprochen worden, das war sehr peinlich“, rügte CDU-Ratsherr Dieter Küßner im Bauausschuss. Offenbar war vergessen worden, die Aktivitäten des Sprachforschers kritisch zu prüfen. Jetzt soll die Umbenennung möglichst schnell gestoppt werden.

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