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Aus der Stadt Eltern aus Bothfeld klagen gegen Klassenaufteilung
Hannover Aus der Stadt Eltern aus Bothfeld klagen gegen Klassenaufteilung
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00:15 24.06.2017
Von Saskia Döhner
„Ausgewogen klingt das nicht“: Die Klassenaufteilung an der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule sorgt für Diskussionen.Fotos: Behrens, von Ditfurth (beide Archiv) Quelle: Archiv
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Hannover

Das Ehepaar, selbst mit Migrationshintergrund, sorgt sich um die Bildungschancen seiner Tochter. Die Chancengleichheit sei bei dieser Aufteilung nicht gegeben, finden die Eltern. Anwalt Rolf Tarneden vertritt das Ehepaar. Er sagt, es sei schon auffällig, dass aus zwei ersten Klassen der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule, die bislang einen Migrantenanteil von 32 und 44 Prozent hatten, künftig drei zweite Klassen gemacht werden. Im neuen Schuljahr habe dann an der Hoffmann-von-Fallersleben-Grundschule in zwei der Klassen ein Fünftel der Kinder ausländische Wurzeln, in der dritten seien es aber 14 von 15 Schülern. Zudem kämen in die Klasse mit dem hohen Migrantenanteil, die künftig im Container untergebracht ist, auch noch zwei Sitzenbleiber.

Pädagogische Gründe seien relevant

Schulleiterin Ute Häßlein sagt, allein pädagogische Gründe seien für die Klassenaufteilung relevant gewesen. Der Nachname sage nichts über das Leistungsvermögen von Kindern aus - ebenso wenig die Herkunft. Alle drei neuen zweiten Klassen seien von der Leistung eher ausgewogen. Die Aufteilung sei nötig, weil die beiden ersten Klassen von vorneherein sehr voll gewesen seien und es Zuzüge im Schuljahr gegeben habe. Hinzu kommen auch noch Zweitklässler, die ein Jahr wiederholen müssen. Häßlein betont, man habe die Kinder für die neue Klasse ausgewählt, denen man den Wechsel zugetraut habe. Vonseiten der Landesschulbehörde heißt es, die Klasseneinteilung sei Sache der Schulleitung. Es gehe nicht nur um Leistung, sondern auch um Freundschaften.

Tarneden entgegnet: „Ausgewogen klingt das nicht.“ Wirklich sachliche Gründe habe die Rektorin nicht vorgebracht. Er verweist auf Empfehlungen von Bildungsexperten, wonach nicht mehr als 35 Prozent Kinder mit ausländischen Wurzeln in einer Klasse sein sollten. Als Schüler mit Migrationshintergrund gilt man laut Bundesamt für Migration, und Flüchtlinge, wenn mindestens ein Elternteil nicht deutscher Staatsbürger von Geburt an ist.

Integration wird erschwert

Nicht nur das Ehepaar, das Tarneden vertritt, sondern noch sieben weitere Familien haben sich inzwischen dem Protest angeschlossen. Auf einer Unterstützer-Unterschriftenliste heißt es, in der neuen zweiten Klasse, in die ihre Kinder künftig gehen sollen, seien fast nur leistungsschwächere Schüler. Das sei ungerecht.

Ein hoher Ausländeranteil erschwere die Integration, argumentiert Tarneden. Wenn etwa viele Kinder mit arabischen Wurzeln in einer Klasse seien, würden sie zwangsläufig in die Herkunftssprache wechseln. Nach der Aufteilung sind in den beiden Klassen mit weniger Migrantenanteil 18 und 19 Schüler und in der dritten nur 15. Ob in dieser Klasse auch noch Kinder mit Förderbedarf sind, die doppelt zählen, ist unklar. RektorinHäßlein sagt, kleinere Lerngruppen böten auch neue Chancen.

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