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Aus der Stadt „Hannover ist
 unendlich hilfsbereit“
Hannover Aus der Stadt „Hannover ist
 unendlich hilfsbereit“
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00:18 26.06.2015
Von Conrad von Meding
Dankbar: Karim Mahfouf mit seinen Söhnen im Kleefelder Hotel. Quelle: Wallmüller
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Hannover

 „Ich bin überwältigt“, sagt Karim Mahfouf: „Hannover ist unendlich hilfsbereit.“ Ende vergangener Woche hatte die HAZ über den Oldenburger algerischer Abstammung berichtet, dessen in Afrika lebender, einjähriger Sohn Sofiane an einer schweren Nierenkrankheit leidet. Die algerischen Ärzte konnten ihm nicht mehr helfen und empfahlen eine Operation in der MHH. Das Geld für den Eingriff ist gesammelt, immerhin 12.000 Euro. Jetzt hat die Familie endlich auch ein Besuchsvisum und ist in Deutschland gelandet – aber für eine Unterkunft in Hannover fehlte das Geld.

Sofiane muss dreimal operiert werden

Die Resonanz auf den Aufruf der HAZ, ein Zimmer zur Verfügung zu stellen, hat Mahfouf zu Tränen gerührt: Mehr als 50 Menschen, Firmen und Organisationen haben Unterstützung offeriert. Angebote kamen aus mehreren Hotels, darunter etwa dem Finkenhof in MHH-Nähe, sowie vom Interkulturellen Sozialdienst. Aber auch zahlreiche Privatpersonen boten Zimmer an, um der Familie Asyl zu gewähren. „Eine Frau, die allein in ihrem Haus im Umland Hannovers wohnt, hat sogar angefangen zu weinen, als ich ihr absagen musste – aber die Entfernung war einfach zu groß“, sagt Mahfouf.

Am Dienstag früh um 7 Uhr ist die erste Untersuchung in der MHH angesetzt. Die Nacht zu heute hat die Familie deshalb im Living-GHotel an der Kleefelder Lathusenstraße verbracht. „Das Schicksal des Kindes hat mich berührt“, sagt Hoteldirektor und Familienvater Salah Desoky: „Es gibt so viel Elend auf der Welt, und uns geht es so gut – da muss man doch helfen.“

Voraussichtlich ab Mittwoch dann kann die Familie in ein kleines Apartment auf dem MHH-Gelände umziehen. „Es wird frei, und wir sind froh, wenn es in solch einer Situation genutzt wird“, sagt Medizinstudentin Marie Dücker, die den Aufruf in der HAZ gelesen hat. Das Apartment steht normalerweise der Studentenvertretung zur Verfügung, hätte aber in den nächsten Tagen leer gestanden. Für die Mahfoufs ein Segen: „So sind wir ständig in der Nähe der Station, auf der Sofiane liegt.“

Dreimal muss der kleine Junge voraussichtlich operiert werden, weil eine Niere nur zur Hälfte und die andere gar nicht arbeitet. Die Ärzte hoffen, den Jungen dann entlassen zu können, ohne dass er ein Leben lang Medikamente braucht.

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