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Eltern fürchten neuen Streik in den Kitas

Das Verständnis schwindet Eltern fürchten neuen Streik in den Kitas

Bei den Eltern in der Region wächst die Sorge vor einem neuen Kita-Streik. Donnerstag ist die erste bundesweite Verhandlung über die Einstufung der kommunalen Sozialberufe gescheitert, Verdi bestätigte anschließend, dass jetzt der nächste Streik vorbereitet werde.

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„Ich erlebe schon den achten Kita-Streik“, sagt Janina Müller, Lehrerin und Mutter von vier Kindern.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. „Es hat keiner mehr Verständnis, und das ist noch milde ausgedrückt“, sagt Sebastian Drüppel, Sprecher des Gesamtelternbeirats der 39 städtischen Kitas. Mit dem Wohlwollen der hannoverschen Eltern aber können städtische Erzieher und Sozialarbeiter dieses Mal kaum rechnen - mehr als vier Wochen Ausstand in den kommunalen Kitas im Frühsommer haben die Familien zermürbt.

„Ich erlebe schon den achten Kita-Streik“, sagt Janina Müller, Lehrerin und Mutter von vier Kindern. Beim letzten Mal nahm ihr Mann den fünfjährigen Linus an manchen Tagen mit ins Büro nach Hamburg. Das war anstrengend für Linus - er war von 7 bis 19 Uhr aus dem Haus. An anderen Tagen saß Linus im Unterricht der Mutter und malte. In der Mittagspause ihrer Schüler holte Müller schnell ihre Tochter von der Grundschule ab, die dann nachmittags ebenfalls bis 15.30 Uhr bei den älteren Schülern saß. „Zum Glück haben die Eltern meiner Schüler Verständnis“, sagt Müller.

„Unsere Kinder brauchen alle ihren geregelten Tagesablauf“

Sabrina Rahimi hat der jüngste Streik im Mai und Juni besonders getroffen - sie ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern. „Ich hätte nie angefangen zu studieren, wenn ich gewusst hätte, was passiert“, sagt sie. Sie musste sich auf Prüfungen vorbereiten, als Hort und Kindergarten schlossen. Eine von Müttern organisierte Betreuung entlastete die Studentin. „Aber wir sind erschöpft und können nicht tolerieren, dass Verdi so stur auftritt.“ Im Oktober beginnt das Semester - und wie es derzeit aussieht, droht ausgerechnet dann der nächste Streik. Kadin Tonbil, Mutter eines Grundschülers, hat die Notfallgruppe mitorganisiert. „Unsere Kinder brauchen alle ihren geregelten Tagesablauf.“

Kita-Elternsprecher Drüppel warnt: Das früher oft herzliche Verhältnis zwischen Eltern und Erziehern sei inzwischen vielerorts angeknackst. Das Vertrauen, das notwendig ist, um das eigene Kind einer Kita anzuvertrauen, sei geschwunden, seit die Eltern sich nicht mehr auf die Betreuung verlassen können. „Es hat ein Geschmäckle, dass die Erzieher jetzt noch ihren Urlaub nehmen und erst danach wieder streiken.“ Einige Eltern denken über Protestaktionen nach - gegen den Streik.

Zu einem radikalen Schritt hat sich Johanna Bollhöfner mit ihrer Familie entschieden. Sie hat ihren Sohn aus dem städtischen Hort abgemeldet und betreut den Achtjährigen nach der Schule selbst. „Wir planen jetzt so, dass wir Sicherheit haben, und das bedeutet: ohne Kita.“ Das geht nur durch die flexiblen Arbeitszeiten, die ihre Firma angesichts des Kita-Streiks großzügig einräumte. Eine individuelle Lösung, die für Eltern mit kleineren Kindern nicht infrage kommt, das weiß Johanna Bollhöfner. „Und das ärgert mich maßlos. Die Streiks treffen die Eltern, die sich am wenigsten wehren können.“

Zunächst aber sollen die Verhandlungen zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern nach der gescheiterten Schlichtung fortgesetzt werden.

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