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Aus der Stadt Eltern erbost über neue Schulgrenzen
Hannover Aus der Stadt Eltern erbost über neue Schulgrenzen
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00:15 31.01.2016
Von Saskia Döhner
Der Schulausschuss tagte am Mittwoch im Hodlersaal im Neuen Rathaus. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Besonders in Vahrenwald und der List und im Bereich Südstadt/Bult drohen die Grundschulen aus allen Nähten zu platzen. Die Folgen, die sich aus der Neusortierung der Schulbezirke ergeben, sind vielfältig. So fürchten viele Eltern einen gefährlichen Schulweg. „Die Neuregelung ist für mich unnatürlich und unvernünftig“, sagte etwa Prof. Michael Kempe. Der Vater einer jetzt erst dreijährigen Tochter befürchtet, dass ihr Schulweg später durch die Eilenriede an der Fritz-Behrens-Allee entlang führt. Bislang gehen die Kinder aus dem Zooviertel zur Kestnerschule, ab Sommer 2017 müssen sie zur Johanna-Friesen-Schule.

Ein anderer Vater wies darauf hin, dass die Waldwege im Winter nicht geräumt würden. Die Sechsjährigen müssten dann über spiegelglatte Straßen gehen und würden womöglich von von Ästen herunterfallenden Schneemassen getroffen. Eine Mutter beschwerte sich über willkürliche Grenzziehungen, durch die Straßen geteilt würden: „Freundschaften werden zerrissen, Fahr- und Abholgemeinschaften gesprengt.“

Gesprächsrunde mit Eltern geplant

Ein Elternvertreter von der Grundschule Tiefenriede kritisierte, dass der seit 50 Jahren bewährte sichere Schulweg von Kindern aus Waldheim und Waldhausen aufgegeben werde und die Kinder jetzt nach Döhren geschickt werden sollen. Manche Probleme habe sich die Stadt selbst gemacht, sagte Armin Rott, dessen Sohn die 4. Klasse der Johanna-Friesen-Schule besucht: „Erst hat man unseren Schulbezirk klein geschrumpft, weil man Kinder für die neue Grundschule am Welfenplatz brauchte, und jetzt holt man zum Auffüllen Schüler aus dem Zooviertel.“

Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski versprach, die Einwände der Eltern noch einmal zu überprüfen. Nächsten Dienstag soll es eine Gesprächsrunde mit Elternvertretern der betroffenen Grundschulen geben. Rzyski will sich außerdem bei der Landesschulbehörde für einen Geschwisterbonus einsetzen. Familien, die bereits ein Kind auf einer Grundschule haben, sollen durch die Neueinteilung der Schulbezirke nicht plötzlich die Schwester oder den Bruder an eine andere Schule bringen müssen. „Das ist Eltern nicht zuzumuten.“ Generell gilt, dass Kinder ihre Grundschule innerhalb von zwei Kilometern Fußweg erreichen müssen und keine Grundschule mehr als vier Klassen pro Jahrgang haben darf.

Millionenprogramm für alte Gebäude

Wie berichtet, sollen bis 2019 mehr als 226 Millionen Euro in den Ausbau und die Instandsetzung von Schulen fließen. Hinzu kommen weitere Millionen aus dem Investitionsmemorandum, das Oberbürgermeister Stefan Schostok und Kämmerer Marc Hansmann zusätzlich aufgelegt haben. Details dazu werden im Frühjahr vorgestellt.

Rzyski wehrte sich gegen den Vorwurf der Opposition, die Stadt lasse ihre Schulen „vergammeln“. Maximilian Oppelt (CDU) etwa hatte den schlechten Zustand der Schultoiletten kritisiert: „Viele sehen noch so aus wie vor 50 Jahren.“ Hierfür wende die Stadt bis 2019 gerade mal 400 000 Euro, lasse aber für 3 Millionen Euro den Rathausvorplatz neu pflastern. Michael Klie (SPD) merkte an, dass Schüler nicht immer pfleglich mit den Toiletten umgingen: „Wir wissen doch, wie Kinder sind, wir waren doch auch mal jung.“

Gymnasien legen zu, Gesamtschulen noch mehr

Jeder zweite Schüler geht aufs Gymnasium: Nach Angaben von Bildungsdezerentin Rita Maria Rzyski besuchen im laufenden Schuljahr 51 Prozent der hannoverschen Schüler ein Gymnasium, rund 36 Prozent eine Gesamtschule, gut 9 Prozent gehen zur Realschule und 3 Prozent zu einer Hauptschule. Die Befürchtungen des Stadtelternrates, dass an den Gymnasien in diesem Sommer übervolle Klassen drohen könnten, teilt die Stadt nicht. „Der Anteil der Gymnasialschüler ist relativ stabil“, sagte Rzyski. Sie sprach von einem leichten Plus von etwa einem Prozent.

Dagegen hatten die Gesamtschulen ein Schülerplus von 6 Prozent. Das liege aber auch daran, dass es mehrere neu gegründete Gesamtschulen gebe, die von Jahr zu Jahr aufwüchsen. Der Anteil der Realschüler hat sich stabilisiert, während die Hauptschulen einen Anmelderückgang zu verzeichnen hatten. Oberschulen noch nicht genehmigt: Um für Eltern wieder attraktiver zu werden, wollen die beiden Hauptschulen Pestalozzischule in Anderten und Peter-Ustinov-Schule in Oberricklingen zum nächsten Schuljahr in eine Oberschule mit verbindlichem Ganztagsangebot umgewandelt werden.

Dies hat auch die Heisterbegschule in Ahlem, eine Haupt- und Realschule, beantragt. Noch habe die Landesschulbehörde nicht die entsprechenden Genehmigungen erteilt, sagte Rzyski. Heute sollen deshalb noch einmal klärende Gespräche mit der Schulbehörde geführt werden.

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