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Eltern wehren sich gegen Kita-Gebühren

Protestaktionen geplant Eltern wehren sich gegen Kita-Gebühren

Die Stadt muss sich auf massive Elternproteste wegen der geplanten Erhöhung der Kita-Gebühren, die ab August 2017 greifen soll, einstellen. Der Kita-Stadtelternrat hat zahlreiche Aktionen angekündigt. Er fordert, dass Kitas den Familien kostenfrei offenstehen sollten.

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Der Kita-Stadtelternrat fordert eine kostenlose Kinderbetreuung.

Quelle: Sebastian Kahnert

Hannover. Der Kita-Stadtelternrat, stadtweite politische Vertretung für Eltern mit Kita-Kindern, gibt sich kämpferisch. „Die Verwaltung will den Eindruck erwecken, dass nur bei Reichen abkassiert wird. Dabei trifft die Erhöhung wahrscheinlich 40 bis 45 Prozent der Eltern“, sagt Georg Weil, einer der Sprecher des Gremiums.

Die Stadtverwaltung will mit der Gebührenerhöhung, die ab August 2017 greifen soll, Mehreinnahmen von 1,4 Millionen Euro im Jahr erzielen. Gleichzeitig soll auf Kritik aus den Ratsfraktionen reagiert werden. Politiker bemängeln, dass die Staffelung der Gebühren nicht greift: Rund 47 Prozent der Eltern zahlen nach Angaben der Stadtverwaltung abgesehen vom Essensgeld nichts für den Kita-Platz, weitere 44 Prozent zahlen den Höchstsatz. Der Rest verteilt sich auf die dazwischenliegenden sieben Stufen. In Zukunft sollen mehr Familien unter der Höchstsatz-Grenze liegen.

Der Kita-Stadtelternrat geht aber davon aus, dass auch zukünftig eine beträchtliche Gruppe von Eltern den Höchstsatz zahlen muss und damit von der Gebührenerhöhung voll erwischt wird. „Grundsätzlich ist es in Ordnung, wenn Gutverdienende etwas mehr zahlen“, räumt Miriam Schmechel ein, selbst Mutter von drei Kindern. Allerdings seien gut 90 Euro mehr für eine Familie mit mittlerem Einkommen viel Geld. Denn Eltern mit zwei Kita-Kindern in Vollzeitbetreuung und Nettoeinnahmen ab 3023 Euro sollen künftig im Monat 457 statt 366 Euro zahlen. Mit Kindergeld sei die Einkommensobergrenze schnell erreicht, sagt Katrin Göllinger. „Es ärgert viele Eltern, dass die Gebühren steigen sollen, ohne dass sich die Leistungen, besonders die Qualität der Betreuung, verbessern.“

Kita-Stadtelternrat fordert kostenfreie Betreuung

Bei einer Versammlung zur Neuwahl des Kita-Stadtelternrats haben die Eltern jetzt Protestaktionen angedacht. Speziell der Jugendhilfeausschuss des Rats soll in nächster Zeit häufiger Besuch von Bürgern bekommen. „Aus Sicht der Stadtverwaltung sind Eltern in Hannover sehr schnell Besserverdienende“, kritisiert Peter Schulze, der selbst zwei Kinder in Krippe und Kindergarten hat. Der Kita-Stadtelternrat setzt eine Maximalforderung dagegen: Kitas, also Krippen, Kindergärten und Horte, sollten den Familien kostenfrei offenstehen.

Entschieden ist über die neue Gebührenstaffel noch nicht. Allerdings würden die Elternbeiträge auch in Zukunft nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten für die Kinderbetreuung tragen. Mit 156 Millionen Euro gehört sie zu den größten Ausgabeposten im Stadthaushalt. Zusammen gleichen Elternbeiträge und Zuschüsse des Landes davon nur 20 Prozent, rund 30 Millionen Euro, aus. Mit der neuen Staffel werden nach Angaben der Stadt 30 statt 44 Prozent der Eltern den Höchstbeitrag zahlen.     

Plus und Minus

Eltern mit einem Kind zahlen jetzt den höchsten Satz von 244 Euro für einen Ganztagsplatz im Kindergarten, wenn ihr Haushaltseinkommen 2392 Euro übersteigt. Der Höchstbetrag soll zukünftig 305 Euro betragen und ab 2650 Euro Nettoeinkommen fällig werden (bei Alleinerziehenden 2282 Euro). Alleinerziehende mit einem Kind und 1500 Euro Einkommen zahlen bisher 55 Euro für den Krippenplatz ganztags, dann 42 Euro.

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