Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Emmichplatz soll anderen Namen bekommen
Hannover Aus der Stadt Emmichplatz soll anderen Namen bekommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:25 17.10.2017
Von Andreas Schinkel
Der Emmichplatz, einer der zentralen Plätze am östlichen Rand der City, wird umbenannt. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Der Emmichplatz, einer der zentralen Plätze am östlichen Rand der City, wird umbenannt. Der Bezirksrat Mitte hat sich auf Antrag der Linken mehrheitlich dafür entschieden, das Verfahren zur Umbenennung einzuleiten. Die CDU enthielt sich der Stimme, Piraten-Vertreter Jürgen Junghänel votierte gegen das Vorhaben. Ihm reiche ein Legendenschild, sagte er.

Auf Antrag von Grünen und FDP sollen bei der Suche nach einem neuen Namen Anwohner und die ansässige Musikhochschule beteiligt werden. Die Mehrheit des Gremiums kann sich eine Künstlerin als Namensgeberin vorstellen. „Das gesamte Verfahren dürfte ein Jahr dauern“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Wilfried Engelke (FDP). Der Rat muss nicht mehr zustimmen, zu den wenigen Kompetenzen von Bezirksräten gehört, Straßennamen zu ändern.

Erste Vorschläge sind eingegangen

Von Emmich war ein preußischer General, der im Ersten Weltkrieg für den Überfall auf Belgien und die Eroberung Lüttichs verantwortlich war. Historiker haben herausgefunden, dass die deutschen Truppen unter Befehl von Emmichs Kriegsverbrechen begangen haben, darunter die Erschießung etlicher Zivilisten. Derzeit setzen sich die Soldaten der Emmich-Cambrai-Kaserne dafür ein, dass ihr Standort umbenannt wird.

„Der Angriff auf Belgien war ein Kriegsverbrechen, auch nach den damaligen rechtlichen Maßstäben“, sagt Klaus Falk von der Deutschen Friedensgesellschaft zu Beginn der Bezirksratssitzung. Weitere Bürger melden sich zu Wort und brechen eine Lanze für die Umbenennung des Emmichplatzes. Eine Hannoveranerin schlägt bereits einen neuen Namen vor: Alma Rosé. Die österreichische Violinistin jüdischer Abstammung leitete das Mädchenorchester von Auschwitz. Sie starb 1944 in dem Konzentrationslager.

Bei den Mitgliedern des Bezirksrats trifft der Vorschlag auf Wohlwollen. Dennoch will sich das Gremium nicht zu schnell festlegen. „Wir müssen alles in Ruhe diskutieren“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Engelke. Zustimmung bekommt die SPD mit ihrer Idee, eine Tafel aufzustellen, die die Geschichte der Platznamen erläutert. Älteren Hannoveranern dürfte noch die Bezeichnung „Neues Haus“ bekannt sein. Der Name nimmt Bezug auf ein Konzertcafé, errichtet Ende des 19. Jahrhunderts. Es musste 1970 der Musikhochschule weichen. Relikte des „Neuen Hauses“ stehen noch auf dem Vorplatz der Hochschule.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt „Woche gegen rechts“ - Extremen Parolen Paroli bieten

In einem mobilen Wohnzimmer will das Bündnis für die „Woche gegen rechts“ bis Sonnabend mit Menschen in ihren Stadtteilen diskutieren. Unter dem Motto „Rechten Parolen Paroli“ findet bis Sonnabend die „Woche gegen rechts“ statt.

17.10.2017

21 Monate nach der Razzia im Unabhängigen Jugendzentrum (UJZ) Kornstraße mit Beteiligung vermummter und schwer bewaffneter Spezialkräfte der Polizei hat die ermittelnde Staatsanwaltschaft Lüneburg das Verfahren eingestellt.

Tobias Morchner 17.10.2017

Fast 400 Schüler aus ganz Niedersachsen kamen am Dienstag in Hannover zusammen, um an Schreibstilen und Recherchemethoden zu arbeiten. Sie nahmen gemeinsam mit Lehrern und Schulleitern an diversen Workshops teil, die sich mal künstlerisch und mal journalistisch mit dem Schreiben beschäftigen.

17.10.2017