Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Empörung über Polizei-Kritik der IG Metall
Hannover Aus der Stadt Empörung über Polizei-Kritik der IG Metall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 10.12.2017
Die Kritik der IG Metall am Polizeieinsatz rund die Proteste gegen den AfD-Parteitag  hat Empörung ausgelöst. Quelle: (c) Christan Elsner - HAZ / NP
Anzeige
Hannover

 Die Kritik der Gewerkschaft IG Metall an dem Polizeieinsatz im Zusammenhang mit den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag schlägt hohe Wellen. Insbesondere die Kollegen der Polizeigewerkschaften weisen die Vorwürfe der IG Metall zurück. In einem offenen Brief an Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe hatte der Geschäftsführer der IG Metall,  Dirk Schulze, das Auftreten der Polizei als unverhälnismäßig, einschüchternd und kriminalisierend bezeichnet. „Wir kritisieren, dass Gewalt und Provokation zu allererst von Seiten der Polizei ausgingen“, heißt es in dem Brief.

Der  niedersächsische Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) reagierte mit Empörung auf die Äußerungen der Gewerkschaftskollegen. „Es grenzt an eine Unverschämtheit, die Einsatzmaßnahmen der Polizei auf diese Art und Weise zu kritisieren, ohne sich mit den tatsächlichen Begebenheiten auseinandergesetzt zu haben“, sagt DPolG-Landeschef Alexander Zimbehl. Die DPolG könne nicht nachvollziehen, wie  Verantwortliche einer großen Traditionsgewerkschaft rechtsstaatliches Handeln als Kriminalisierungs- und Einschüchterungsmethode beschreiben.

Auch Vertreter der beiden anderen Polizeigewerkschaften weisen die Vorwürfe der IG Metall zurück. „Eine solche Kritik ist unangebracht“, sagt Diemtar Schilff, der niedersächsische Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) der HAZ. Er war am Sonnabend vor Ort, um sich ein Bild von dem Einsatz und den Demonstrationen zu machen und sich um die Einsatzbetreuung der Polizisten zu kümmern. Auch Matthias Karsch, der Landeschef der Gewerkschaft Bund deutscher Kriminalbeamter (BdK) ist empört über die Äußerungen der Gewerkschafter: „Die IG Metall sollte lieber bei den Fakten bleiben, anstatt öffentlich Behauptungen aufzustellen, die nicht stimmen.“ Darüberhinaus dürfe sich die Gewerkschaft nicht über das massive Polizeiaufgebot während der Demonstration vom HCC zum Georgsplatz beklagen. „Wer den schwarzen Block in seinen Reihen mitlaufen lässt, darf sich nicht über Polizisten in Zweierreihen und mit Helmen wundern“, sagt Karsch.

Das Inneministerium bestätigte den Eingang des Schreibens der IG Metall. Der Brief werde gerade geprüft, die Vorwürfe geprüft. Deshalb wolle man sich derzeit nicht zu der Kritik äußern. Unmittelbar nach dem Bundesparteitag hatte sich Innenminister Pistorius bei den Einsatzkräften bedankt. „Der Einsatz in Hannover war eine große Herausforderung für alle Beteiligten“, teilte der Minister mit.

Von Tobias Morchner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein neues Angebot ermöglicht es Jugendlichen, deutlich günstiger mit Bussen und Bahnen zu fahren: Für 15 Euro im Monat können sie alle Verbindungen in der Region Hannover nutzen

07.12.2017

Regionspolitiker machen der Landeshauptstadt beim Streit ums Altpapier schwere Vorwürfe: Die Stadt verhalte sich „dickfellig“, hieß es am Donnerstag im Abfallwirtschaftsausschuss. 

10.12.2017

Die Polizei sucht nach dem bislang unbekannten Fahrer eines Autos, der am Mittwoch auf dem Südschnellweg einen Unfall verursacht und anschließend geflüchtet ist.

07.12.2017
Anzeige