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Ende von Traditionsgeschäften ein Verlust für Hannover

Einkaufsstadt Ende von Traditionsgeschäften ein Verlust für Hannover

In den vergangenen Jahren haben sich so traditionsreiche Geschäfte, wie Otto Werner, Brinkmann, Erdmann, Heutelbeck und Louis Schrader aus Hannovers Geschäftswelt verabschiedet. Dafür kommen immer mehr Filialketten. Die Mieten seien nicht schuld, sagen Immobilenmakler. Das sieht die Kaufleutevereinigung City-Gemeinschaft kritischer.

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Wieder gibt ein Traditionsgeschäft in Hannover auf: Juwelier Mauck schließt nach 115 Jahren.

Quelle: Nico Herzog

Hannover. Mit dem absehbaren Ende des Juweliers Mauck – seit 115 Jahren ein familiengeführtes Geschäft in der Innenstadt – kommen all die Namen wieder hoch, von denen Hannover sich in den vergangenen Jahren verabschiedet hat. Wo sind Otto Werner, Brinkmann, Erdmann, Heutelbeck, Louis Schrader und Co. geblieben? Hat die viel beklagte „Deichmannisierung“ die Innenstadt endgültig eingeholt? Können nur noch Filialketten und sogenannte Monolabelstores (Einmarkengeschäfte) die Mietpreise in der Innenstadt zahlen?

„Unsinn“, sagt Kathrin Grätz. Die Verkaufsleiterin des auf Handelsimmobilien spezialisierten Maklers JonesLangLasalle beobachtet den Markt genau – und stellt Hannover ein Spitzenzeugnis aus. Es sei zwar richtig, dass auch die Leinestadt eingesessene Handelsnamen eingebüßt hat. Das dürfe aber nicht den Blick darauf verstellen, welche Traditionsnamen auch heute noch präsent sind. Assecoirespezialist Horstmann+Sander, Juwelier Stichnoth, Porzellanhändler Weitz, das Wäschehaus I.G. von der Linde, Schuhhaus Neumann, die Parfümerie Liebe oder das Mäntelhaus Kaiser – „das ist eine große Vielfalt regionaler Marken für eine Halbmillionenstadt wie Hannover“, sagt Grätz: „Die Uniformität ist in anderen Städten spürbar größer.“ Problem in Hannover sei nicht so sehr, dass klassische Geschäftsmodelle sterben: „Sie richten sich nur oft nicht dicht genug am Markt aus und sind daher nicht mehr so stark wahrnehmbar.“

Juwelier Mauck, bei dem der Räumungsverkauf begonnen hat, wird wegen Mietsteigerungen zum Jahresende schließen. Der Gebäudeeigentümer hat einen neuen Ladennutzer gefunden, der für das Geschäft gegenüber der Oper mehr zahlen will. „Es wird eine hochwertige Modekette“, bestätigte ein Sprecher der Vermietergesellschaft inzwischen den HAZ-Bericht. Zu Details wolle man sich nicht äußern.

„Das Mietniveau in 1-A-Lagen in der Stadt ist sehr hoch“, bedauert Dirk Aigner von der Kaufleutevereinigung City-Gemeinschaft: „Man braucht sehr hohe Kundenfrequenzen und viel Umsatz, um diese Kosten zu erwirtschaften.“ Filialketten mit ihren Angeboten, für das oft in bundesweiten Trendkampagnen geworben werde, könnten diese Mieten oft leichter aufbringen. Dass sich dadurch die Angebote in allen Innenstädten immer mehr ähneln, sei bedauerlich für das Einkaufserlebnis, sagt Aigner. Umso wichtiger sei es, dass die Stadt in ihre City-Lagen investiere. Aufwertungen von Plätzen wie rund um die Oper oder aktuell am Kröpcke seien notwendig, um die Innenstadt attraktiv zu halten: „Es ist gut, dass sich in Hannover etwas tut.“

Immobilienexpertin Grätz verweist auf die Logik des Marktes. „Letztlich regieren Angebot und Nachfrage: Der Einzelhändler, der erfolgreich ist, kann auch die höheren Mieten zahlen.“ Den Gebäudeeigentümern könne keiner verübeln, wenn sie ihre Räume an Geschäfte vermieten, die mehr zahlen. Und für die internationalen Handelsketten gelte: „Je größer die Stadt und je größer der Einzugsbereich der Kunden, desto attraktiver ist es, den Standort zu besetzen.“ Der Verdrängungswettbewerb, sagt Grätz, sei noch lange nicht zu Ende. Der regionale Handel habe aber gute Chancen, seine Individualität gegen die Filialkonzepte zu setzen. Denn letztlich gewinne im Handel die alte Weisheit immer mehr an Gewicht: „Regionale Konzepte sind für den Kunden oft das Salz in der Suppe.“

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