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Enercity muss Mehrkosten erstatten

Stromzähler zählt falsch Enercity muss Mehrkosten erstatten

Enercity muss 1400 Euro an Martin Argendorf, Präsident der Lindener Narren, erstatten. Über mehrere Jahre hatte der Oberricklinger einen erhöhten Stromverbrauch festgestellt. Die gesamten Kosten des Mehrverbrauchs bekommt der 61-Jährige allerdings nicht erstattet.

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„Ich werde meine Verbräuche doch nicht nach oben manipulieren“: Martin Argendorf, hier mit seinem neuen Stromzähler. Auch seinen Energielieferanten hat er gewechselt.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Martin Argendorf ist nicht gut auf die Stadtwerke zu sprechen. „Ich war Opfer eines technischen Defekts, aber Enercity wollte mich zum Betrüger stempeln“, schimpft der Präsident der Lindener Narren, der bis zu seiner Pensionierung im Februar auch Chef der Flughafenfeuerwehr Langenhagen war. Der Stromzähler in seinem 2003 gebauten Eigenheim hatte von Jahr zu Jahr einen deutlich erhöhten Verbrauch registriert. Doch eine intensive Korrespondenz mit Enercity in jüngerer Vergangenheit nutzte nichts. Argendorf musste eigene Messungen durchführen, bekam 2015 vom Eichamt bestätigt, dass sein Zähler einen um 53 Prozent erhöhten Stromverbrauch anzeigt - aber kein Geld zurück. Daraufhin reichte er Klage ein. Am Freitag kam es am Amtsgericht zum Vergleich: Enercity muss dem Oberricklinger 1400 Euro erstatten.

Eigentlich hätten die Kosten des Mehrverbrauchs über die Jahre bei 4888 Euro gelegen, sagt Rechtsanwalt Pascal Ackermann. Weil sich Enercity aber auf die allgemeine dreijährige Verjährungsfrist berief, konnte sein Mandant nur die Jahre 2011 bis 2013 geltend machen, dies ergab 2700 Euro. Nun sind es 1400 Euro geworden, auch stehen noch gut 700 Euro Rückzahlung eines zweiten Energieversorgers im Raum, zu dem Argendorf 2014 gewechselt war. „Ich bin das ständige Kämpfen leid, will mit dieser Sache endlich abschließen“, begründet er seine Zustimmung zum Vergleichsvorschlag von Richter Carsten Knepper.

Der von anfangs 3500 Kilowattstunden (kWh) auf zuletzt 8000 kWh gestiegene Stromverbrauch in seinem Energiesparhaus hatte Argendorf und seine Frau stark verunsichert. Im Laufe der Jahre tauschten sie Kühltruhe und Kühlschrank gegen energieeffiziente Geräte aus, nutzten ihre Sauna über einen längeren Zeitraum nicht und versuchten, an vielen Stellen Energie zu sparen. „Doch es half nichts, unsere Verbräuche schwankten zuletzt ständig zwischen 5000 und 8000 kWh pro Jahr“, erzählt der 61-Jährige. Auch ein Wechsel des Stromanbieters änderte nichts an den hohen Werten. So ließen die Hausbesitzer einen Elektriker eigene Messungen anstellen - mit dem Ergebnis, dass der Zähler einen viel höheren Stromfluss anzeigte, als tatsächlich verbraucht wurde. Im Februar 2015 prüfte das Eichamt das Gerät und bestätigte den Defekt; daraufhin wurde es ausgewechselt.

In der Gerichtsverhandlung sprach der Enercity-Vertreter von stark schwankenden Verbrauchswerten im Oberricklinger Eigenheim. Zeitweise habe man - aufgrund leidvoller Erfahrungen - vermutet, dass der Stromzähler mit einem Bremsmagneten manipuliert worden sein könnte. „Ich werde meine Verbräuche doch wohl kaum nach oben verfälschen“, meint Argendorf völlig verständnislos.

Die Stadtwerke haben nach Angaben von Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen 415 000 Stromzähler in Betrieb. 700 bis 900 Geräte würden jedes Jahr aufgrund von Beschwerden überprüft. Bei einem Drittel stelle man Mängel fest - und bei 90 Prozent davon würden diese Mängel auf Manipulationsversuchen beruhen. Bleiben jährlich 23 bis 30 Zähler, die tatsächlich defekt sind - Martin Argendorfs war offenbar einer davon. Doch ein Zurück zu Enercity wird es für ihn nicht mehr geben. „Mich als Beamten unter Betrugsverdacht zu stellen, das fand ich empörend“, sagt er: „Und das Gebaren der Stadtwerke war alles andere als kundenfreundlich.“

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