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Aus der Stadt Enno Hagenah und Doris Klawunde sind neue Vorsitzende der Regions-Grünen
Hannover Aus der Stadt Enno Hagenah und Doris Klawunde sind neue Vorsitzende der Regions-Grünen
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20:44 26.02.2012
Von Andreas Schinkel
Enno Hagenah und Doris Klawunde sind die neuen Vorsitzenden des Regionsverbandes der Grünen. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Der Saal ist zu klein. Bei jedem Wahlgang entsteht eine lange Warteschlange vor der Urne. Die Parteimitglieder fächeln sich mit ihren Stimmkarten Luft zu und grinsen. „Von solchen Problemen kann die FDP nur träumen“, sagt einer.

Mehr als 100 Mitglieder des Grünen-Regionsverbands trafen sich am Sonnabend im Freizeitheim Vahrenwald, um ihre Chefs zu wählen. Eine Doppelspitze, Mann und Frau, führt die Partei traditionell. Auch dieses Mal wird der Geschlechtergerechtigkeit Genüge getan. Mit der stellvertretenden Regionspräsidentin Doris Klawunde bewirbt sich eine Frau auf einen der Führungsposten, um den männlichen Chefsessel buhlen der prominente Landtagsabgeordnete Enno Hagenah und ein Neuling aus Hemmingen, Konstantin Knorr. Mit einer anderen Tradition allerdings brechen die Grünen an diesem Tag: der bisher hochgehaltenen Trennung von Parteiamt und Mandat.

Knapp fällt denn auch das Wahlergebnis für Klawunde aus: Nur 61 ihrer Parteifreunde wollen die Regionsabgeordnete zugleich als Parteichefin sehen, 40 stimmen gegen sie, 14 enthalten sich. „Das Ergebnis überrascht mich nicht“, sagt Klawunde. Etwas deutlicher geht es bei der Männer-Wahl zu. 77 Mitglieder sprechen Hagenah ihr Vertrauen aus, nur 47 votieren für Knorr. Hagenah kündigt an, nun nicht mehr bei der Landtagswahl im Januar 2013 antreten zu wollen – zumindest nicht auf einem aussichtsreichen Listenplatz. „Das heißt aber nicht, dass ich eine Direktkandidatur ausschließe“, sagt er.

Mit Hagenah und Klawunde haben die Grünen zwei politische Schwergewichte auf den Thron gehievt, um bei den anstehenden Landtagswahlen auch der SPD Paroli bieten zu können. Überraschend kämpferisch sind denn auch die Töne bei der Parteiversammlung. „Die Sozialdemokraten müssen wir vor uns hertreiben. Die sollen merken, dass wir kein bloßer Mehrheitsbeschaffer sind“, sagt Klawunde.

Die Grünen fürchten, dass sie nach der Landtagswahl im Koalitionspoker zu kurz kommen könnten. Zwar bangen sie nicht um ihr Stimmergebnis, bei dem Hagenah mit 17 Prozent rechnet. Doch sollten auch Linke, Piraten und FDP den Einzug schaffen, könnte es knapp für eine rot-grüne Koalition werden. „Der SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil schließt eine Große Koalition nicht aus, deshalb müssen wir um jede Stimme für die Grünen kämpfen“, sagt Hagenah.

Und dann ist da noch die Frage nach einer Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters. Da der derzeitige OB Stephan Weil Anfang 2013 ausscheidet, weil er dann entweder neuer Ministerpräsident ist oder auf der Oppositionsbank im Landtag Platz nimmt, steht sein Posten im Rathaus zur Disposition. Die Grünen hatten sich früh festgelegt, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Darauf angesprochen, weicht Hagenah aus. „Die Frage tritt in den Hintergrund. Erst 2013 werden wir uns damit beschäftigen“, sagt der 54-Jährige.

Einfach wird es für die Grünen nicht. Denn sie müssten einen prominenten Vertreter aus ihren Reihen präsentieren, der gegebenenfalls in der Lage wäre, kurz vor dem entscheidenden Wahlgang einen Rückzieher zu machen und für den SPD-Kandidaten Stefan Schostok zu plädieren, ohne das Gesicht zu verlieren. Helfen würde die Wiedereinführung der Stichwahl, die sich Weil tatsächlich auf die Fahnen geschrieben hat. Ob aber die wenigen Monate zwischen Landtags- und OB-Wahl ausreichen, um ein neues Gesetz zu verabschieden, hängt wesentlich von den Mehrheitsverhältnissen im künftigen Landtag ab.   

Der Artikel wurde aktualisiert.

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