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Aus der Stadt Entscheidender Tag im Prozess gegen Abu Walaa
Hannover Aus der Stadt Entscheidender Tag im Prozess gegen Abu Walaa
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00:18 17.03.2018
Im Prozess gegen Abu Walaa wird am Mittwoch ein wichtiger Zeuge vernommen. Quelle: dpa
Celle

  Der Prozess gegen den mutmaßlichen Deutschlandchef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Walaa, gelangt knapp sechs Monate nach seinem Beginn an einen entscheidenden Punkt. Das Oberlandesgericht Celle will heute seine Zeugenbefragung zu einem für die Anklage wichtigen V-Mann der Polizei abschließen.

 Voraussichtlich letztmalig soll ein Beamter des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen befragt werden, der den Spitzel anleitete, der sich unter dem Namen „Murat“ im Netzwerk um Abu Walaa bewegte. Der V-Mann „VP01“, der auch den Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, überwachte, durfte zum Schutz seiner Identität nicht persönlich vom Gericht befragt werden.

 Neben den Aussagen eines Kronzeugen, dessen Vernehmung kürzlich beendet wurde, sind die über den V-Mann gewonnenen Erkenntnisse und deren Belastbarkeit für den Ausgang des Terrorprozesses von Bedeutung. Nach Medienberichten und auch der Aussage von Abu Walaas Verteidiger vor Gericht soll der V-Mann die Islamistengruppe und auch Amri möglicherweise selbst zu Anschlägen angestachelt haben. Auch der Kronzeuge schilderte in Celle vor Gericht, „Murat“ habe ihn ständig zu seiner Ausreise befragt und zu Anschlägen in Deutschland ermuntert.

 Der Hauptbelastungszeuge ist ein 23-jähriger Deutschtürke, der als Jugendlicher in islamistische Kreise geriet und nach seiner Schilderung mit Hilfe von Abu Walaas Netzwerk nach Syrien ausreiste. Später wandte er sich vom IS ab und kooperierte mit den Sicherheitsbehörden. Die Verteidigung hat ihn als unglaubwürdig eingestuft und Abu Walaas Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt. Darüber hat das Gericht noch nicht entschieden. 

 Abu Walaa und vier Mitangeklagte müssen sich seit Ende September wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS verantworten. Sie sollen junge Menschen insbesondere im Ruhrgebiet und im Raum Hildesheim islamistisch radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt haben. Ein Ende des Prozesses ist derzeit nicht absehbar, Termine sind bis Ende August terminiert. 

 

Von dpa

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