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Aus der Stadt So soll die neue Conti-Zentrale aussehen
Hannover Aus der Stadt So soll die neue Conti-Zentrale aussehen
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08:29 08.06.2017
Von Andreas Schinkel
Vorstellung des neues Continental-Hauptverwaltungssitzes in Hannover. Quelle: Continental AG
Hannover

Kein Büroturm, keine der üblichen Sandsteinfassaden, keine Schießschartenfenster – der Entwurf für den neuen Hauptsitz der Continental AG liegt quer zu den üblichen Bürobauten. Die künftigen Gebäude nahe der Pferdeturmkreuzung gehen in die Breite, sie haben nur vier Geschosse. Viel Glas und horizontale Linien bestimmen die Gestaltung. Die Dächer sind begrünt.

Eine gläserne Brücke ohne Stützen verbindet die Bürokomplexe zu beiden Seiten der Hans-Böckler-Allee. Auf diese Weise, so die Idee, soll der neue Verwaltungssitz des Weltkonzerns ein Tor zur Stadt sein. „Das ist eine Visitenkarte für Hannover“, befand Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) gestern bei der Präsentation des Entwurfs in der alten Conti-Zentrale. Die Pläne aus der Feder des Münchner Architekturbüros Henn sind als Sieger aus einem Wettbewerb hervorgegangen.

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Brücke in acht Metern Höhe

Bis das Tor steht und Autos unter der schwebenden, rund acht Meter hohen Brücke hindurchfahren können, werden einige Jahre vergehen. 2021 sollen die Bürohäuser fertig sein, pünktlich zum 150. Geburtstag des Conti-Konzerns. Für 1250 Mitarbeiter sind die Gebäude ausgelegt. „Ein Anbau für weitere 350 Mitarbeiter ist eingeplant“, sagt Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart. Wann die Bürobauten aufgestockt werden, sei aber nicht festgelegt. „Das hängt vom weiteren Wachstum des Unternehmens ab“, sagt Degenhart.

Die neue Conti-Zentrale ist ohnehin auf Zuwachs gebaut. Rund 900 Conti-Kollegen arbeiten derzeit im alten Verwaltungsgebäude an der Vahrenwalder Straße. „Wir platzen schon jetzt aus allen Nähten“, sagt Degenhart. In den kommenden Jahren rechnet er mit erheblichen Umsatzsteigerungen auf mehr als 50 Milliarden Euro jährlich. Da braucht es Platz für eine größere Belegschaft.

Die Verwaltungsmitarbeiter werden dann ein Gebäude beziehen, das völlig neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit bietet. Kleine, verschachtelte Büros oder große Hallen mit Arbeitskabinen – das war einmal.     

Prof. Gunter Henn, Urheber des Entwurfs, hat genaue Vorstellungen von der Zukunft der Arbeit. Brüten im stillen Kämmerlein und offene Diskussionen mit Kollegen müssen seiner Ansicht nach gleichermaßen gewährleistet sein. „Wir wollen dem Gebäude einen Campus-Charakter verleihen“, sagt Henn. Die Mitarbeiter sollen zum Gespräch ermuntert werden, und dazu reiche es nicht aus, ein paar Teeküchen aufzubauen.

Herzstück der neuen Bürobauten ist ein breiter Gang, der sich durch alle Gebäudeteile zieht und in Form der gläsernen Brücke die beiden Komplexe verbindet. Der Gang ist so etwas wie ein erweiterter Büroflur, mit Sitzecken für spontane Gespräche und Ausstellungsmöglichkeiten für neueste Produktentwicklungen. „Ich kann mir dort 3-D-Drucker vorstellen, mit denen die Kollegen ihre Ideen in Modelle gießen“, sagt Henn. Der durchgängige Büroflur sei so etwas wie der Marktplatz in der Antike oder der Kreuzgang im mittelalterlichen Kloster: ein Ort der Konzentration und der Kommunikation.

Wie die Bürobauten von außen aussehen, ist noch nicht ganz klar. Über die Materialien für die Fassade mache man sich in den kommenden Wochen Gedanken, sagt Henn. Ziegel sollten vorkommen, so viel sei klar. Damit spielt der Architekturprofessor auf den alten Verwaltungssitz mit seiner Backsteinoptik an. Das Gebäude an der Vahrenwalder Straße hat der Conti-Konzern nur gemietet. „Wir wollen das Gebäude aber erwerben“, kündigt Vorstandschef Degenhart an. Dort könnten die Kollegen aus der Reifenherstellung einziehen, die derzeit über mehrere Standorte verteilt sind.

Der Bau einer neuen Konzernzentrale ist nicht billig. Ursprünglich hatte die Unternehmensführung von einem hohen, zweistelligen Millionenbetrag gesprochen. Jetzt deutet sich an, dass die Summe nach oben korrigiert werden muss. „Die Prämissen haben sich geändert“, sagt Konzernchef Degenhart. Der Grundstückskauf am Pferdeturm habe Geld gekostet, ebenso die Planung. Ende des Jahres werde man eine zuverlässige Zahl für die Gesamtkosten vorlegen können.

Hannover-Standort knapp vorn

Bis vor einem halben Jahr war nicht klar, ob Conti überhaupt in Hannover bleibt. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort für die Konzernzentrale hatte auch die Stadt Garbsen ein Wörtchen mitreden wollen und ein Grundstück angeboten. Am Ende bekam Hannover den Zuschlag.

„Der Standort in Hannover war für mich alternativlos“, sagt OB Schostok jetzt. Dennoch ist die Entscheidung denkbar knapp ausgefallen. Am Ende gab die gute Verkehrsanbindung des Pferdeturm-Grundstücks den Ausschlag. „Wir haben hoch qualifizierte Mitarbeiter, die wir gerne halten wollen“, sagt Conti-Chef Degenhart. Ein tägliches Pendeln nach Garbsen wäre für einige Mitarbeiter schon außerhalb der zumutbaren Anfahrtswege gewesen.     

Stadt will Verkehrsfluss verbessern

Schon jetzt gehört die Kreuzung Messeschnellweg/Hans-Böckler-Allee (Bild) zu den Knotenpunkten Hannovers mit der größten Verkehrsdichte. Wenn in ein paar Jahren der Conti-Hauptsitz an dieser Stelle fertig ist und mehr als 1000 Mitarbeiter versammelt, dürfte es noch enger werden. „Wir werden den Verkehrsfluss verbessern“, kündigt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) an.

Das bedeutet als erste Maßnahme, die Hans-Böckler-Allee um eine Fahrspur pro Richtung zu erweitern. „Wir werden den Ausbau aus den Erlösen von Grundstücksverkäufen bezahlen“, sagt Schostok. Zudem arbeite man an einem verbesserten Verkehrsmanagement für die City Hannovers.

Damit spielt Schostok auf den neuen Verkehrsrechner an, den sich die Stadtverwaltung zugelegt hat. Er ist in der Lage, Daten über Verkehrsströme zu sammeln und auszuwerten. Ziel ist es, mögliche Staus vorherzusehen und Ampeln so zu schalten, dass der Verkehr weiter fließen kann. Dadurch will die Stadt auch die Luftverschmutzung bekämpfen.

Nach eklatanten Planungsmängeln bei Bauvorhaben geraten nun die Finanzen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in die Kritik. Der Landesrechnungshof rügte am Mittwoch, die Uniklinik und die Aufsicht im Wissenschaftsministerium hätten in der vergangenen Jahren kontinuierlich gegen das Haushaltsrecht verstoßen.

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