Hannover. Die Bürde, die auf seinen Schultern lastet, lässt sich Stefan Becker nicht anmerken. Der Vorsitzende der Freunde des Sprengel Museums koordiniert die Spendenkampagne für den Erweiterungsbau. Fünf Millionen Euro muss er bis zum Jahresende zusammenbekommen, so hatten es die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen ursprünglich vereinbart. Doch der Kostenanstieg für das Projekt zwingt Becker zu weiteren Anstrengungen. 650.000 Euro sollen jetzt zusätzlich von privaten Sponsoren aufgebracht werden. „Wir konzentrieren uns zunächst auf die fünf Millionen Euro“, sagt er. Und selbst wenn man die zusätzliche Summe nicht stemmen könnte, wäre das nicht das Aus für den Anbau, glaubt er. „Stadt und Land lassen das Ganze nicht an 650.000 Euro scheitern.“
Die Spendensammler krempeln also die Ärmel hoch. Bisher, so ist zu vernehmen, klingeln mehr als 3,5 Millionen Euro in der Kasse, und bis zum Jahresende, da ist man sich sicher, werde die Summe von fünf Millionen Euro erreicht. Tatsächlich reichen verbindliche Zusagen aus, das Geld muss also bis Ende Dezember noch nicht auf dem Spendenkonto verbucht sein. Die Zeit jedoch drängt. Im Januar muss die Stadt alle Unterlagen für den Antrag auf EU-Mittel über zehn Millionen Euro einreichen, dazu gehört auch ein lückenloser Finanzierungsplan.
„Wir arbeiten jetzt an einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne“, sagt Becker, will aber nicht mehr verraten. Nur so viel: Die Namen der Förderer, denen die Erweiterung des Museums mehr als 1000 Euro wert ist, werden an einer prominenten Stelle des Anbaus in Stein gemeißelt.
Überzeugt sind die Freunde des Sprengel Museums inzwischen alle vom neuen Entwurf für die Erweiterung. Am Mittwochabend stellte Architekt Markus Peter seine Pläne dem Förderkreis persönlich vor. Er erklärte, wie es zu dem Schwenk von der ursprünglich favorisierten Glasfassade zur polierten Betonhülle kam. „Peter bewies, dass das neue Konzept auch eine ästhetische Weiterentwicklung ist und an eine lange Tradition der Baukunst anknüpft“, sagt Becker. Der Architekt zog Parallelen zum romanischen Baustil mit seinen Steinwänden und Reliefs. Auch die Fassade des neuen Museumstraktes soll aus einer glatten „Werkstein“-Hülle bestehen, die in verschiedene Segmente gegliedert ist. Wie die Fassade konkret aussehen wird, ist bisher lediglich zu erahnen. Das räumt auch Stefan Becker ein. Deshalb warten alle Freunde und Förderer gespannt auf das Fassadenmodell, das die Architekten jetzt bauen wollen.
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