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Aus der Stadt „Erdkabel sind erheblicher Eingriff in die Natur“
Hannover Aus der Stadt „Erdkabel sind erheblicher Eingriff in die Natur“
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00:18 16.07.2015
Von Gunnar Menkens
Der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann begrüßt die Entscheidungen aus Berlin. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Vor kaum zwei Wochen erreichte Landrat Tjark Bartels eine Nachricht aus Berlin, die er wie einen Sieg feierte. Die Bundesregierung verständigte sich, große Teile der geplanten Stromtrasse Südlink unterirdisch zu verlegen, um eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Das hatte Bartels für seinen Landkreis Hameln-Pyrmont stets gefordert - und ebenso für mehr als 20 Kommunen, darunter die Region Hannover. So war es auch gestern nach einem Treffen etlicher Vertreter betroffener Städte und Gemeinden entlang der bisher vorgeschlagener Trasse. Im Regionshaus wurde beraten, wie es jetzt mit dem Südlink weitergehen soll.

Das war für die versammelten Politiker am Montag keine Frage. Der bisher von der Großen Koalition mündlich zugesicherte Vorrang für Erdkabel soll in einem Gesetz verbindlich werden. Unter welchen Bedingungen dies passiert, ob es von der Regel Ausnahmen für Freileitungen geben wird und wie die formuliert sein werden, darauf wollen die kommunalen Lobbyisten nun Einfluss nehmen.

Unterirdisch durchgeleiteter Strom ist teurer

Unterirdisch durchgeleiteter Strom indes hat seinen Preis gegenüber bisher diskutierten Masten. „Die Kosten liegen etwas höher, die sich aber auf alle verteilen“, sagte Bartels. Schätzungen kalkulierten bisher mit 10 Milliarden Euro für 800 Kilometer Leitungen durch Republik und Region Hannover.

Den Bau finanzieren überwiegend Verbraucher mit ihren Stromrechnungen. Ob die Kosten am Ende nur „etwas höher“ liegen oder vielleicht doch erheblich über dem Preis für technisch einfachere Freileitungen, was Netzbetreiber erwarten, das ist derzeit ebenso ungewiss wie der neue Verlauf der Trasse, die Südlink-Betreiber Tennet ausarbeiten wird.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, rechnet in der ersten Hälfte 2016 nicht mit entscheidungsreifen Plänen. Er begrüßte die Erklärung der Koalition, sagte aber auch: „Erdkabel sind ein erheblicher Eingriff in die Natur, da muss man sehr sorgfältig vorgehen.“ Zwischen 20 und 30 Meter Breite wird wohl gebraucht, ohne Platz für Baustellen, Schutzgebiete könnten betroffen sein. Regionsdezernent Axel Priebs möchte Erdkabel nur „möglichst weit weg von Mooren“ sehen.

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