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Hat Üstra Mitarbeitern zu viel Geld gezahlt?

Erfolgsprämien Hat Üstra Mitarbeitern zu viel Geld gezahlt?

Um 1,4 Millionen Euro Erfolgsprämien für die 1800 Üstra-Mitarbeiter gibt es kräftig Ärger. Das Geld hätte nach Ansicht der Region im vergangenen Jahr eigentlich nicht ausgezahlt werden dürfen, weil die Kundenzufriedenheit 2014 nicht hoch genug war.

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Nicht schlecht - aber auch nicht gut: Die Kundenzufriedenheit soll zwar nicht dramatisch schlecht gewesen sein, aber weniger hoch als vertraglich vereinbart. Foto: Thomas

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Der Vorstand aber setzte sich offenbar über entsprechende Vertragsklauseln hinweg und zahlte trotzdem. Dem Vernehmen nach mit dieser Begründung: Schuld an der mangelnden Kundenzufriedenheit seien Verspätungen, die wiederum an den vielen Baustellen in Hannover lägen - und dafür dürften die Mitarbeiter nicht haftbar gemacht werden. Die Regionsspitze soll entsetzt sein. Vom Verdacht der Untreue im Üstra-Vorstand soll die Rede sein. Beide Seiten wollten sich zu dem Thema Mittwoch nicht äußern. Der Vorgang werde jetzt geprüft, hieß es.

Der Konflikt wurde Mittwoch öffentlich, weil ein CDU-Politiker im vertraulichen Teil der Regionsversammlung Fragen stellte. Regionspräsident Hauke Jagau soll daraufhin ans Mikrofon gegangen sein und bestätigt haben, dass das Regionscontrolling der Üstra Fristen gesetzt habe und den Vorgang ganz offiziell untersuche. In seinem Umfeld heißt es, er sei „fassungslos“ über die Vorfälle. Allerdings ist das Verhältnis zwischen Üstra-Vorstand André Neiß und ihm ohnehin nicht das beste.

Die Üstra ist eine Tochtergesellschaft der Region, sie ist wie alle Nahverkehrsunternehmen erheblich auf Zuschüsse angewiesen. In einem Vertrag ist unter anderem festgelegt, unter welchen Umständen Mitarbeiter trotzdem Erfolgsprämien zur Motivation erhalten dürfen. Kriterium ist außer der Kundenzufriedenheit die Wirtschaftlichkeit. Die war 2014 unstrittig gegeben. Das Ergebnis lag in dem Jahr 12 Millionen Euro über dem Plan.

Mit der Kundenzufriedenheit war es nicht ganz so weit her. Die Werte sollen nicht dramatisch schlecht gewesen sein, aber eben etwas schlechter als vertraglich vereinbart. Unbestätigten Informationen zufolge hat das Beteiligungscontrolling der Region daher vor der Auszahlung von Boni gewarnt. Daraufhin soll die Üstra Rückstellungen gebildet und dann ein Gutachten in Auftrag gegeben haben, um nachzuweisen, dass die Kriterien irgendwie doch erfüllt sein könnten. Im vertraulichen Teil der Regionsversammlung war von einem Gefälligkeitsgutachten die Rede. Üstra-Sprecher Udo Iwannek sagt nur: „Die Üstra wird sich zu dem Vorgang nicht äußern.“

Welche Konsequenzen das Thema haben kann, ist nicht klar. Bei der Region hieß es, wenn die Unterlagen juristisch geprüft worden seien, würden zunächst die Gremien informiert. Theoretisch könnte die Summe sogar von den Mitarbeitern zurückgefordert werden - das gilt aber eher als unwahrscheinlich.

Von Mathias Klein, Conrad von Meding und Johannes Dorndorf

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