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Erkältungswelle füllt Hannovers Wartezimmer

Viruserkrankungen Erkältungswelle füllt Hannovers Wartezimmer

Die Wartezimmer von Hannovers Allgemeinärzten sind in diesen Tagen voll. Der Grund: Das frühlingshafte Wetter bietet Erkältungsviren ideale Bedingungen, um sich zu vermehren und zu verbreiten.

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Gesundheit: Es gibt etwa 180 bekannte Erkältungsviren.

Quelle: dpa

Hannover. „Ich schreibe seit ein paar Tagen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen am Stück“, sagt der Allgemeinmediziner Helmut Beermann. Ungewöhnlich sei die hohe Zahl der Erkälteten für diese Jahreszeit allerdings nicht, auch wenn sie seit dem vergangenen Wochenende stark gestiegen ist.

Beermann erklärt das Phänomen mit der Beschaffenheit des Erkältungsvirus: „Die Erreger sind schwebefähig und halten sich lange in der Luft. So können sich etwa in der Stadtbahn noch Fahrgäste anstecken, obwohl der Erkrankte längst ausgestiegen ist.“ Zudem zögen sich die Menschen durch die lauen Temperaturen meist nicht warm genug an und würden dadurch empfindlicher.

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen - Erwachsene erwischt eine Erkältung durchschnittlich zwei- bis dreimal im Jahr, Kleinkinder erkranken sogar bis zu dreizehnmal. Gerade jetzt, wenn es draußen wieder kälter wird, ist das Risiko besonders hoch.Einfache Hausmittel können die Beschwerden lindern.

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Darin sieht auch Allgemeinmediziner Lutz Müller eine der Hauptursachen für die schnelle Ausbreitung der Erkältung. Auch in seiner Praxis sitzen seit Tagen zahlreiche Patienten, die sich Erkältungsviren eingefangen haben. „Problematisch ist, dass viele eine Erkältung nicht ernst nehmen und trotzdem zur Arbeit oder in die Schule gehen“, sagt er. Dadurch verteilten sie die Viren weiter. „Ein Tag Ruhe hilft deshalb bei einer Erkältung den Mitmenschen und dem Patienten“, sagt Müller. Tagelang im Bett liegen sollten Erkältete aber auch nicht, warnt Mediziner Beermann. Das steigere die Gefahr einer Lungenentzündung. Er rät, sich lieber für ein paar Stunden mit einer Kanne Tee, Saft oder sogar Kaffee vor den Fernseher zu setzen. „Hauptsache, der Erkältete nimmt viel Flüssigkeit zu sich.“

Wen es erwischt hat, der muss sich meist allerdings keine großen Sorgen machen. „Ist es ein Virus, mit dem der Erkrankte in letzter Zeit schon mal in Berührung gekommen ist, dann bildet der Körper schnell Antikörper und er ist die Erkältung nach einer guten Woche wieder los.“ Doch es gibt zurzeit etwa 180 bekannte Erkältungsviren und nicht mit allen hat man regelmäßig Kontakt. „Gibt es noch keine Antikörper, dauert die Erkältung länger und verläuft schwerer“, sagt Beermann.

Obwohl es quasi nicht möglich ist, sich gegen all diese Viren zu schützen, empfielt der Arzt trotzdem eine vorsorgliche Behandlung mit Grippe-Impfstoff. „Das bietet immerhin 20-prozentigen Schutz und kann gerade für Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma entscheidend sein.“

Ein schnelles Ende der Erkältungszeit erwarten beide Ärzte nicht. „Für gewöhnlich werden die Infektionen erst im Februar weniger“, sagt Müller. Denn solange sich keine anhaltende trockene Kälte einstelle, vermehrten sich die Viren ungehemmt weiter.

Von Isabel Christian

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