„Das Geld vermehrt sich minütlich, weil Nutzer im Netz noch immer auf deren Seite klicken“, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Lendeckel.
Die L&H GmbH treibt Rechnungen für angebliche Besucher der Internetseite „Mega-Downloads.net“ ein. Für einen Mitgliedsbeitrag von 96 Euro pro Jahr, so heißt es auf der Seite, können dort Computerprogramme wie „Firefox“ oder „Adobe Flash Player“ heruntergeladen werden. Diese Programme sind eigentlich kostenlos. Darüberhinaus verschickte die L&H GmbH auch Mahnungen an Internetnutzer, die nie ein Programm von der Seite geladen oder diese noch nie angeklickt hatten. Die Staatsanwaltschaft hat den Verdacht, dass sich das Unternehmen die Adressen der Betroffenen unter anderem über Gewinnspiele im Netz besorgt hat. Im Internet wird spekuliert, dass auch ein Kreditinstitut Anzeige gegen die Firma wegen des Verdachts der Geldwäsche erstattet hat. Unklar ist auch, wer als Betreiber der Internetplattform fungiert. Das Impressum verweist auf eine Postfachadresse in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Das Verfahren ist noch im Ermittlungsstadium. Genaueres können wir noch nicht sagen“ erläuterte Lendeckel.
Aus diesem Grund war es der Behörde nicht Recht, dass ein Bericht über den Fall L&H mit Nennung des korrekten Aktenzeichens vor ein paar Tagen plötzlich auf der Internetseite „Netzwelt.de“ veröffentlicht wurde. Darin wurden Geschädigte aufgerufen, sich als Zeugen bei den Ermittlern zu melden. „Wir prüfen gerade, wie es zu dieser Veröffentlichung kommen konnte“, so der Oberstaatsanwalt. Verbraucherzentralen warnen immer wieder vor dubiosen Download-Seiten im Internet. Einige stellen ihren Kunden ein Musterschreiben zur Verfügung, mit dem man sich gegen unberechtigte Forderungen wehren kann. In zahlreichen Verbraucherportalen im Internet wird zudem immer wieder über die Aktivitäten von „Megadownloads.net“ berichte.
Kommentare
Unsinn? Ja! Postbote – 01.07.09
In einem Briefkasten kann man nicht sitzen.Betreiberfrage Insider – 25.06.09
Der Betreiber sitzt nicht in Dubai, sondern in Wien. In Deutschland wickelt der bekannte Kalletaler Pferdehändler Frank Babenhauserheide für die Gebrüder Fritzmann die Geschäfte ab, und zwar über die in Herford ansässige Collector GmbH. Babenhauserheide ist der Drahtzieher in D, ergo auch greifbar.Nicht nur VAE Abzocknews.de – 25.06.09
Hier ein bißchen mehr Background zu Mega-Downloads.net: http://www.abzocknews.de/2009/06/24/mega-downloads-net-staatsanwaltschaft-und-kriminalpolizei-hannover-suchen-zeugen/Mega-Downloads Loddar – 25.06.09
Die Betreiber der Seite sitzen nicht in den VAR, das sind lediglich Briefkästen. Wir brauchen nur in Richtung Paderborn und Detmold schauen. Da sitzen die Anwälte und Inkassounternehmen. Der Rest wird über Wien und die Schweiz erledigt. Aber keine Angst, wenn das Geld erstmal eingezogen und die Konten gesperrt sind, dann werden auch die Anwälte ihre Arbeit einstellen.Unsinn Dr. Hans Olg – 25.06.09
Mag ja sein, dass die Inkassofirma L & H GmbH in Hannover ansässig ist, der Betreiber dieses betrügerischen Nutzloswertportals sitzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten; da kommt auch die StA Hannover nicht ran.