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Schickte Lister Gemeinde die missionierenden Muslime?

Ermittlungen Schickte Lister Gemeinde die missionierenden Muslime?

Bei der Suche nach den Muslimen, die am Mittwoch in der List von Haus zu Haus zogen, um zu missionieren, ist der Staatsschutz noch nicht fündig geworden. In der Vergangenheit hat es aber scheinbar ähnliche Aktionen einer vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppe gegeben.

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Die Missionare waren zuvor in der List unterwegs gewesen.

Quelle: Archiv (Symbolbild)

Hannover. „Es gibt noch nichts Neues“, sagt ein Sprecher des Staatsschutzes. Die Männer hatten Aufsehen erregt, weil sie gegen 21 Uhr an Mehrfamilienhäusern gezielt nach ausländischen Nachnamen suchten und dort klingelten. Die Polizei stufte das Verhalten der Männer als Anwerbungsversuch ein. Einen Streifenwagen zur Identifizierung der Männer entsandte die Behörde nicht, weil ein solcher Versuch nach dem Gesetz nicht als strafbar gilt.

Ein Sprecher der Behörde teilte auf Anfrage mit, ein derartiger Fall sei der Polizei in Hannover bislang noch nicht zur Kenntnis gelangt. Wolfgang Reinbold von der evangelischen Landeskirche in Hannover kann sich dagegen an einen ähnlichen Fall aus der Vergangenheit erinnern. „Der Vorfall erinnert mich an eine Begebenheit vor einigen Jahren. Damals waren nach meiner Information Muslime der Tablighi-Jamaat-Bewegung in Hannover unterwegs“, sagt der Beauftragte für Kirche und Islam.

Die Gemeinschaft der Missionierung und Verkündung, wie sich die Glaubensrichtung auch nennt, gilt als extrem konservativ und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Mitglieder dieser Glaubensrichtung würden ein „äußerst rigides Islamverständnis“ vertreten, heißt es im Verfassungsschutzbericht für 2015. Als Grund für die Beobachtung durch den Inlandsnachrichtendienst heißt es in dem Bericht der Behörde: „Durch die Propagierung der Scharia als Grundlage ihres Gesellschaftsmodells verfolgt die Tablighi Jamaat Bestrebungen gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung.“ Nach Angaben des Verfassungsschutzes müssen Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft 40 Tage im Jahr freiwillige und unbezahlte missionarische Tätigkeit erbringen. „Zielgruppe sind in erster Linie Muslime mit einer vermeintlich unzureichenden Beachtung der Glaubensriten“, heißt es im Bericht der Verfassungsschützer. Von Niedersachsen ausgehende Missionsreisen würden aus der Masjid-E-Ummah-Moschee im Pakistanzentrum in Hannover koordiniert.

Bei der Gemeinde in der List wollte man sich zu dem Vorgang nicht äußern. Es sei Freitag, Mohammed Afzal Qureshi, der Imam der Moschee, sei beim Gebet, hieß es auf Nachfrage. Die Al-Ummah-Moschee wurde im Jahr 1992 eröffnet. Sie gehört keinem Dachverband an. Zu den Freitagsgebeten kommen durchschnittlich 200 Muslime.

An Pfingsten 2012 geriet das Gebetshaus in die Schlagzeilen, weil auf die Räumlichkeiten ein Brandanschlag verübt worden war. Zeugen hatten zwei Männer beobachtet, die sich an einem Seitenfenster zu schaffen machten. Sekunden später stand die Gardine des Fensters in Flammen. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt.

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