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Aus der Stadt Bei Wohnungsgenossen kehrt Ruhe ein
Hannover Aus der Stadt Bei Wohnungsgenossen kehrt Ruhe ein
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12:12 15.08.2014
Der Streit hatte sich unter anderem daran entzündet, dass die WoBau mit dem Eishockeyverein EC Hannover Indians einen hoch dotierten Sponsoringvertrag geschlossen hatte. Quelle: Symbolbild
Hannover

„Keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten“: Im seit fast zwei Jahre schwelenden Streit um die Vorstände der Misburger Wohnungsgenossenschaft Hannover-Ost (WoBau) hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Nichts deute auf Untreue und Betrug hin, heißt es zur Begründung. Ermittelt wird jetzt nur noch gegen die ehrenamtlichen Aufsichtsratsmitglieder der Genossenschaft. Der Anwalt der gechassten Vorstände, Florian Heinze, hatte Gegenanzeige wegen des „Straftatbestands der falschen Verdächtigung“ gestellt. Wie weit die Ermittlungen in diesem Punkt sind, konnte gestern bei der Staatsanwaltschaft niemand sagen.

„Die Aufsichtsratsmitglieder haben in der Öffentlichkeit ein Zerrbild der Vorstände hergestellt“, sagte Anwalt Heinze gestern. Der Streit hatte sich unter anderem daran entzündet, dass die WoBau mit dem Eishockeyverein EC Hannover Indians einen hoch dotierten Sponsoringvertrag geschlossen hatte. Von 30.000 Euro war die Rede – für eine kleine Genossenschaft eher ungewöhnlich. Noch wegen weiterer Konflikte kam es zum Bruch zwischen Aufsichtsrat und Vorstand. Im Februar 2013 trennte man sich vom hauptamtlichen Vorstand Eberhard Sprick und dem ehrenamtlichen Vorstand, dem CDU-Kommunalpolitiker Mike Weidemann. Eine Mitgliederversammlung bestätigte später die Aufsichtsratsentscheidung, die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.

Aber auch Aufsichtsratsmitglieder agierten mindestens unglücklich. Die Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Heuer, früher Angestellte des Unternehmens, hat eine zu üppige Altersrente kassiert – offenbar, weil sich ein hinzugezogener Mathematikprofessor verrechnet hatte. Sie hat inzwischen zwei Drittel der Summe erstattet, der Mathematiker ein Drittel. „Der Genossenschaft ist kein Schaden entstanden“, sagte sie gestern. Eine weitere Strafanzeige gab es, weil sich alle Aufsichtsratsmitglieder 500 Euro Jahresentschädigung, eine Art Weihnachtsgeld, genehmigt haben sollen. Auch dieses Geld wurde nach Angaben aus dem Unternehmen zurückgezahlt. Mittlerweile mussten für den gekündigten Vorstand Sprick 200 000 Euro Abfindung bezahlt werden – sein Vertrag wäre noch sieben Jahre gelaufen.

Die Tatsache, dass gegen die beiden Vorstände nun von Staats wegen nicht mehr ermittelt wird, ruft sehr unterschiedliche Einschätzungen hervor. „Man könnte es einen Freispruch erster Güte nennen“, sagt Anwalt Heinze. „Es gibt keine Gerechtigkeit mehr“, sagt die Aufsichtsratsvorsitzende Heuer.

Conrad von Meding

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