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Aus der Stadt Ermittlungen vor Hanebuths Hochzeit nicht beendet
Hannover Aus der Stadt Ermittlungen vor Hanebuths Hochzeit nicht beendet
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00:16 19.07.2017
Von Tobias Morchner
Weiter im Visier der Ermittler: Frank Hanebuth bei der Rückkehr nach Hannover im September 2016.
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Hannover

Am Sonnabend will der ehemalige Hells-Angels-Chef von Hannover in Bissendorf heiraten - und hatte gehofft, dass die Ermittlungen dann abgeschlossen seien.

Am 23. Juli 2013 durchsuchten Beamte der Guardia Civil zahlreiche Häuser, Büros und Anwesen auf der Ferieninsel Mallorca. Bei der groß angelegten Razzia, die unter dem Decknamen „Operation Casablanca“ geplant worden war, wurden Hanebuth und 20 weitere Verdächtige festgenommen. Die Behörden legten ihnen unter anderem Bildung einer kriminellen Vereinigung, Schutzgelderpressung und Drogenhandel zur Last.

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Auf Mallorca sind 25 Mitglieder der Hells Angels festgenommen worden – darunter auch Hannovers ehemaliger Rockerchef Frank Hanebuth.

Dem Chef des 2013 gegründeten Hells-Angels-Charters North Gate ordnen die spanischen Behörden eine Schlüsselrolle innerhalb der Gruppe der Verdächtigen zu. Er saß zwei Jahre lang in Untersuchungshaft. Nach Zahlung einer Kaution in Höhe von 60.000 Euro kam er frei, durfte zunächst aber Spanien nicht verlassen. Inzwischen hält er sich wieder in Hannover auf, muss den spanischen Behörde aber stets zur Verfügung stehen, wenn etwas anliegt. Die Gründe, warum das Verfahren gegen Hanebuth und die übrigen Verdächtigen noch immer schwelt, sind unklar. „Die Ermittlungen werden erst nach dem Sommer fortgeführt“, sagt Gonzalo Boye Tuset, der spanische Rechtsanwalt von Hanebuth der HAZ. Er wirft der Staatsanwaltschaft einen „Mangel an Sorgfalt vor.

Bei seiner unmittelbar bevorstehenden Hochzeit am Sonnabend in der Wedemark wollte Hanebuth nicht nur die Eheschließung mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Sarah feiern, sondern zugleich das Ende der Ermittlungen gegen ihn einen Tag später. Hanebuth hatte damit gerechnet, dass die Staatsanwaltschaft in Madrid spätestens vier Jahre nach dem Beginn des Verfahrens entweder eine Anklageschrift veröffentlichen oder die Ermittlungen vollständig einstellen müsse. Nach Angaben seines spanischen Anwalts ist dem allerdings nicht so. „Nach vier Jahren endet lediglich die Frist, innerhalb der ein Verdächtiger in Untersuchungshaft genommen werden kann“, sagt Rechtsanwalt Boye Tuset. Die Ermittlungen könnte unabhängig davon fortgeführt werden.

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Eine Stretch-Limousine steht am Flughafen für Frank Hanebuth bereit.

Hanebuth will sich das Fest am Sonnabend dennoch nicht verderben lassen. 700 Gäste hat er zu seiner Hochzeit eingeladen. Getraut wird er in der St.-Michaelis-Kirche in Bissendorf. Die Feier findet anschließend in der Gaststätte Waldkater statt. Die Polizei will während der Feiern präsent sein. „Wir haben nur begleitende Maßnahmen geplant, das heißt wir werden kurzzeitig die Straßen sperren, falls das notwendig sein sollte“, sagt ein Sprecher.

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